KNUT MELLENTHIN

Funktionen für die Darstellung

Schriftgröße:
Darstellung:

Seitenpfad

US-Operation in Somalia

Eine Spezialeinheit der US-Streitkräfte hat am Montag in Somalia einen Fahrzeug-Konvoi der islamistischen Organisation Al-Schabaab angegriffen und mehrere Insassen getötet oder verletzt. An der Militäraktion waren bis zu sechs Kampfhubschrauber beteiligt, die von einem vor der Küste liegenden Kriegsschiff gestartet waren. Nach dem Angriff wurde ein Kommando am Boden abgesetzt, das die Toten identifizierte und die Verletzten in die Hubschrauber brachte, mit denen sie anschließend abtransportiert wurden.

Regierungs- und Militärstellen der USA verweigerten zunächst jeden Kommentar oder auch nur eine Bestätigung der Operation, die im Bezirk Barawe stattfand. Er liegt rund 250 Kilometer südlich von der Hauptstadt Mogadischu und wird von Al-Schabaab beherrscht, die dort ebenso wie in großen Teil Süd- und Mittelsomalias einen eigenen Verwaltungsapparat aufgebaut hat.

Mindestens zwei Menschen wurden durch den Angriff, der bei Tageslicht stattfand, getötet. Unter ihnen soll sich der in Mombasa (Kenia) geborene, etwa 30jährige Saleh Ali Saleh Nabhan befinden, dessen Familie aus dem Jemen stammt. Seit 2006 stand er auf der Fahndungsliste der US-Bundespolizei FBI, die ihn offiziell allerdings nur suchte, um ihn im Zusammenhang mit zwei Anschlägen zu vernehmen, die am 28. November 2002 in Mombasa stattgefunden hatten. Dabei war eine Autobombe vor einem Hotel explodiert, das hauptsächlich von Touristen aus Israel besucht wurde. Drei Israelis und 11 oder 12 Kenianer, hauptsächlich Hotelpersonal und Passanten, wurden getötet. Am selben Tag wurden zwei Raketen auf ein israelisches Flugzeug abgeschossen, das gerade vom Flugplatz Mombasa startete.

Für die Behauptung in den Mainstream-Medien nach Nabhans Tod, er sei für die beiden Anschläge „verantwortlich“ und deren „master mind“ (Chefplaner) gewesen, gibt es offenbar keine sachlichen Anhaltspunkte. Selbst die (inoffiziellen) US-amerikanischen Vorwürfe gegen ihn besagen nur, dass er Besitzer des Lastwagen gewesen sei, der vor dem Hotel zur Explosion gebracht wurde.

Die USA haben bereits mehrmals Ziele in Somalia angegriffen, zuletzt im Mai vorigen Jahres, als der damalige Al-Schabaab-Chef Aden Haschi Ayro durch eine Rakete getötet wurde.

Knut Mellenthin

16. September 2009