KNUT MELLENTHIN

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Wieder Hunderttausende Flüchtlinge in Pakistan (20.10.2009)
Am dritten Tag der Offensive in Südwasiristan hat die pakistanische Armee ihren Vormarsch unterbrochen und fünf provisorische Stützpunkte rund um das von Aufständischen kontrollierte Gebiet bezogen. Schwerer Artilleriebeschuss und Luftangriffe auf vermutete Taliban-Stellungen in den Bergen sollen die schwierige Phase des Bodenkriegs in unwegsamem Gelände vorbereiten. Die Pressestelle der Streitkräfte behauptete am Montagnachmittag, dass seit Beginn der Kämpfe 78 Taliban und neun Soldaten getötet worden seien. Unabhängige Berichte aus dem Kriegsgebiet gibt es nicht, da das Militär die Arbeit von Journalisten nicht zulässt.
Kämpfe in Wasiristan (18.10.2009)
Der lange erwartete Großangriff der pakistanischen Armee hat begonnen.
Streit geht weiter (17.10.2009)
Pakistanische Öffentlichkeit beobachtet US-Infiltration mit Misstrauen – Präsident Barack Obama hat am Donnerstag das umstrittene Kerry-Lugar-Gesetz unterzeichnet, das die US-amerikanische Finanzhilfe für Pakistan in den nächsten fünf Jahren regelt. Für die Regierungen in Washington und Islamabad ist das Thema damit zufriedenstellend erledigt und vom Tisch. Indessen hält die Verärgerung in der Bevölkerung, im Parlament und in den Streitkräften Pakistans unvermindert an.
Vor dem Angriff (15.10.2009)
Pakistan bereitet Großoffensive gegen Wasiristan vor. Neue Flüchtlingswelle droht.
Kompromiss zwischen Regierung und Armee (12.10.2009)
Die pakistanische Führung sucht eine gemeinsame Linie im Streit mit den USA
Streit um Peanuts (10.10.2009)
Pakistanis protestieren gegen US-amerikanisches „Hilfspaket“ – Eigentlich sollte das gerade vom US-Kongress verabschiedete „Hilfspaket“ für Pakistan dort „die Herzen und Hirne der Menschen gewinnen“. Stattdessen herrscht in der pakistanischen Bevölkerung, im Parlament, in den Medien und in den Streitkräften des Landes Empörung über die mit dieser „Hilfe“ verbundenen Bedingungen.
„Todesschwadronen“ in Pakistan (27.8.2009)
Schon mindestens 200 anonyme Leichen am Straßenrand. Taliban bestätigen Tod ihres Anführers bei US-Angriff.
Todesschwadron in Pakistan? (16.7.2009)
Formieren sich im pakistanischen Sicherheitsapparat jetzt „Todesschwadronen“? Wie die englischsprachige Tageszeitung „The News“ berichtete, wurden am Montag drei Männer an unterschiedlichen Stellen des Bezirks Malakand ermordet aufgefunden. Die Leichen waren über Nacht gut sichtbar an zentralen Orten – einem Marktplatz, einem Basar und einer Hauptstraße – an Leitungsmasten aufgehängt worden. Unten an den Masten waren Zettel angebracht worden, die die Toten als Kämpfer oder Unterstützer der Taliban bezeichneten.
Schicksal von über 3 Millionen Flüchtlingen ungewiss (11.7.2009)
Am kommenden Montag soll die Rückkehr von über 2 Millionen Bürgerkriegsflüchtlingen in ihre Heimatorte beginnen. Das kündigte Pakistans Ministerpräsident Jusaf Rasa Gilani am Donnerstag an. Die Lage in der Region Malakand, wo die Streitkräfte Ende April eine Großoffensive gegen die Taliban begonnen hatten, sei weitgehend unter Kontrolle, versicherte der Regierungschef. Die Versorgung mit Strom und Gas sei wiederhergestellt. Krankenhäuser, Tankstellen und Banken seien wieder geöffnet.
Wie weiter gegen die Taliban? (3.7.2009)
Die pakistanische Regierung fürchtet einen allgemeinen Aufstand in den Stammesgebieten – Über den Fortgang des Feldzugs gegen die Taliban in Nordwestpakistan herrscht Unklarheit. Während die Ende April begonnene Offensive der pakistanischen Streitkräfte in drei Distrikten der Grenzprovinz (NWFP) anscheinend weitgehend abgeschlossen ist, verdichten sich seit mehreren Wochen die Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Großangriff auf die sogenannten Stammesgebiete (FATA), insbesondere die Bezirke Nord- und Südwasiristan.
"Zivilisten zuerst" (27.6.2009)
Obama lässt pakistanische Kinder töten – Der seit kurzem amtierende Kommandeur der US-amerikanischen und NATO-Streitkräfte in Afghanistan, General Stanley McChrystal, will in den nächsten Tagen neue Anweisungen für die Kriegführung geben. Sie sollen, wie das Pentagon vorab durchsickern ließ, die Zahl der Verluste in der Zivilbevölkerung reduzieren. US-Mainstream-Medien haben für die noch gar nicht existierende neue Strategie auch schon einen Namen parat: „civilians come first“.
Straßenkämpfe in Mingora (25.6.2006)
Über 2,5 Millionen Bürgerkriegsflüchtlinge in Pakistan – Pakistanische Truppen sind auf dem Vormarsch in Mingora, der größten Stadt des Bezirks Swat, in der sich mehrere Hundert Taliban verschanzt haben. Von den 200.000 bis 300.000 Einwohnern Mingoras sind rund 90 Prozent geflüchtet. Die Soldaten kämpfen sich seit Sonnabend straßenweise vor und durchsuchen Haus für Haus. Militärsprecher behaupteten am Sonntag, dass bereits mehrere wichtige Straßenkreuzungen und Plätze erobert worden seien. Nach Berichten von Einwohnern hielten die Taliban aber vor allem in den Vororten immer noch ihre Stellungen.
Der Bürgerkrieg in Nordwest-Pakistan weitet sich aus (11.6.2009)
Einen Tag nach dem Anschlag auf ein Fünf-Sterne-Hotel in der pakistanischen Stadt Peschawar ist die Zahl der Toten auf 18 gestiegen. Einige der über 60 Verletzten sind in Lebensgefahr. Außerdem werden noch Verschüttete unter den Trümmern vermutet.
"Totaler Krieg" (4.6.2009)
Großoffensive der pakistanischen Streitkräfte gegen die eigene Bevölkerung – Der Feldzug der pakistanischen Streitkräfte gegen die Taliban in drei Bezirken der Nordwest-Grenzprovinz (NWFP), von Präsident Asif Ali Zardari mit der ihm eigenen rhetorischen Maßlosigkeit zum „totalen Krieg“ erklärt, geht seinem vorläufigen Ende entgegen. Ob die Kämpfe in zwei bis drei Tagen abgeschlossen sind, wie manche pakistanischen Politiker und Militärs verkünden, oder in drei bis vier Wochen, wie Vorsichtigere meinen, ist dabei nur von geringer Bedeutung. Wichtig ist hingegen die Feststellung, dass diese militärische Kampagne das erklärte Ziel, den Taliban einen entscheidenden Schlag zu versetzen oder sie gar „auszulöschen“, nicht erreichen wird.
Humanitäre Katastrophe immer schlimmer (22.5.2009)
Pakistanische Regierung will Bürgerkriegsgebiet ausweiten. Jetzt schon über drei Millionen Flüchtlinge.
Über zwei Millionen Flüchtlinge (20.5.2009)
Pakistanische Regierung will Bürgerkrieg auf den ganzen Nordwesten ausweiten. – Die Zahl der Bürgerkriegsflüchtlinge in Nordwestpakistan hat die Zwei-Millionen-Grenze überschritten. Der Sprecher der UN-Hilfsorganisation Flüchtlingsorganisation für Flüchtlinge (UNHCR), Ron Redmond, teilte am Dienstag mit, dass 1,45 Millionen Menschen aufgrund der Regierungsoffensive in den Bezirken Swat, Buner und Dir als Flüchtlinge registriert seien.
Katastrophenmacher des Tages (14.5.2009)
Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari hat am Mittwoch die Welt aufgerufen, ihm bei der Handhabung einer „humanitären Katastrophe“ zu helfen, die er selbst veranlasst hat: das Elend der Flüchtlinge im Nordwesten seines Landes, wo seine Streitkräfte Krieg gegen die Taliban führen.
Luftangriffe als Gastgeschenk (6.5.2009)
US-amerikanischer Druck zwingt Pakistan in den Bürgerkrieg – In Pakistan haben sich die Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Offensive der Regierungstruppen in Swat weiter verstärkt. Der Bezirk in der Nordwest-Grenzprovinz (NWFP) gilt als Hochburg der Taliban. Ein militärisches Vorgehen gegen Swat würde wahrscheinlich zum endgültigen Zusammenbruch des ohnehin brüchigen Waffenstillstands mit den islamistischen Rebellen führen, der im Februar geschlossen wurde.
Klare Absage der pakistanischen Opposition an Obama (4.5.2009)
Barack Obamas neues „Zentrum des Kriegs gegen den Terror“, Afghanistan und Pakistan – im Washingtoner Landserjargon zu „AfPak“ verkürzt – steht in dieser Woche auf der Tagesordnung zweitägiger Gespräche im Weißen Haus. Die Präsidenten der beiden Länder, Hamid Karzai und Asif Ali Zardari werden ihrem amerikanischen Kollegen sinnbildlich gesprochen auf sehr niedrigen Stühlen gegenübersitzen, denn von gleicher Augenhöhe kann von vornherein überhaupt keine Rede sein. Der Afghane, auch als „Bürgermeister von Kabul“ verhöhnt, ist bereits ganz offensichtlich eine US-Marionette, während Zardari von dieser Rolle nicht mehr sehr weit entfernt ist.
Hunderttausende auf der Flucht (30.4.2009)
Regierungsoffensive in Nordwest-Pakistan wird fortgesetzt. – Bis zu einer Million Menschen sind auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Nordwest-Pakistan.
Offensive geht weiter (29.4.2009)
Pakistans Regierung droht den Taliban mit “Auslöschung”. USA drängen auf „aggressiveres“ Vorgehen.
Taliban ziehen sich zurück (25.4.2009)
Aufständische räumen Bezirk in Nordwestpakistan. Schwere Vorwürfe der USA gegen die pakistanische Regierung.
Neuer Drohnen-Angriff der USA auf Pakistan (20.4.2009)
Die Attacken treffen überwiegend Zivilisten. Unter Obama wurde ihre Zahl noch weiter gesteigert.
Pakistan: Abkommen mit den Taliban (15.4.2009)
Pakistans Präsident Asif Ali Zardari hat am Montag das umstrittene Gesetz über die offizielle Legalisierung der Scharia, der islamischen Gerichtsbarkeit, in einem Teil der Nordwest-Grenzprovinz (NWFP) unterzeichnet.
Obama-Ratgeber: Angriffe auf Pakistan ausweiten (19.3.2009)
Die US-Regierung diskutiert über eine Ausweitung ihres kaum noch als „verdeckt“ zu bezeichnenden Krieges in Pakistan. Rund 40 mal schossen seit August vorigen Jahren unbemannte amerikanische Flugzeuge, sogenannte Drohnen, Raketen auf Ziele in den nordwestpakistanischen „Stammesgebieten“ ab. Sechs dieser Angriffe erfolgten nach der Amtseinführung Obamas am 20. Januar.
Pakistan: Zehntausende beginnen „Langen Marsch“ auf die Hauptstadt (13.3.2009)
Trotz Demonstrationsverbot und Massenverhaftungen hat am Mittwoch der „Lange Marsch“ der pakistanischen Opposition begonnen. Tausende versammelten sich in der Hafenstadt Karatschi, um sich mit Fahrtzeug-Konvois auf den 1500 Kilometer langen Weg nach Islamabad zu machen. Dort wollen die Demonstranten, die sich in einem landesweiten Sternmarsch auch aus anderen Städten auf die Landeshauptstadt zubewegen, am kommenden Montag zu einem unbefristeten Sitzstreik vor dem Parlament zusammentreffen.
US-Berater schulen Pakistanis für den Krieg gegen das eigene Volk (26.2.2009)
„Über 70 US-amerikanische Militärberater und technische Spezialisten arbeiten heimlich in Pakistan, um der Armee beim Kampf gegen Al-Kaida und die Taliban in den gesetzlosen Stammesgebieten des Landes zu helfen“, meldete die New York Times am Montag. Falsch, widersprach das Pentagon am Dienstag: Die Militärberater und Spezialisten sind zwar da, aber geheim sei der Einsatz keineswegs. „Wir haben darüber öffentlich schon seit Monaten gesprochen.“
Pakistan: Hält der Waffenstillstand zwischen Regierung und Taliban? (25.2.2009)
Die Tahrik-i-Taliban des nordwestpakistanischen Swat-Tals (TTS) haben am Dienstag einen zeitlich unbegrenzten Waffenstillstand verkündet. Gleichzeitig gab ein Sprecher bekannt, dass als Zeichen guten Willens alle von den TTS gefangen gehaltenen Angehörigen der Sicherheitskräfte frei gelassen werden sollen.
Geheime Zusammenarbeit Washington-Islamabad? (23.2.2009)
Helfen Pakistans Regierung und Militär den USA bei den Raketenangriffen unbemannter Kampfflugzeuge (Drohnen) auf pakistanisches Gebiet? Über 30 solcher Attacken hat es seit September 2008 gegeben, vier davon seit dem Einzug von Barack Obama ins Weiße Haus am 20. Januar. Über 250 Menschen kamen dabei ums Leben, darunter zahlreiche Frauen, Kinder und andere eindeutige Nicht-Kombattanten. Pakistanische Politiker haben diese Angriffe immer wieder verurteilt, weil das Vorgehen der USA die Souveränität ihres Landes missachtet und zudem politisch kontraproduktiv sei. Aber gibt es in Wirklichkeit geheime Absprachen oder sogar eine direkte Zusammenarbeit?
Einigung zwischen Regierung und „Taliban“ in Nordwestpakistan (18.2.2009)
Die „Einführung der Scharia“, also einer am Koran orientierten islamischen Rechtssprechung, in einem Teil Nordwestpakistans hat für aufgeregte, tendenziöse Meldungen in westlichen Mainstream-Medien gesorgt.
Pakistan: Drei Offensiven und kein Ende (6.2.2009)
Die Gefangennahme von 29 Angehörigen der Sicherheitskräfte im nordwestpakistanischen Swat-Tal durch islamistische Aufständische ist am Mittwochabend unblutig zu Ende gegangen. Ein Sprecher der Kämpfer teilte mit, dass die Gefangenen – 23 Mitglieder der aus Einheimischen rekrutierten Grenztruppe und sechs Polizisten - frei gelassen wurden. Zuvor mussten sie versprechen, den Dienst zu quittieren und sich künftig an keinen Aktivitäten gegen die Aufständischen mehr zu beteiligen.
Yes, he can (26.1.2009)
Barack Obama lässt Zivilisten in Afghanistan und Pakistan töten. – Killing as usual: Der 44. Präsident der USA setzt die Kriegführung seines Vorgängers fort. Erstmals seit dem Amtsantritt von Barack Obama griffen am Freitag unbemannte US-amerikanische Kampfflugzeuge, sogenannte Drohnen, wieder Ziele in Nordwestpakistan an. Der erste Luftschlag richtete sich gegen ein Gebäude am Rand von Mir Ali in Nordwasiristan, der zweite zerstörte wenige Stunden später ein Haus bei Wana, dem Hauptort von Südwasiristan. Bisher wurden insgesamt 21 Tote gezählt.
Pakistan: NATO-Nachschublinie wieder offen (5.1.2009)
Der Nachschub durch Pakistan für den NATO-Krieg in Afghanistan fließt wieder in vollem Umfang. Er war am Dienstagmorgen voriger Woche wegen einer angeblich geplanten „gigantischen Offensive“ gegen Aufständische im Khyber-Bezirk unterbrochen worden. Am Freitagvormittag wurde der gesperrte, etwa 50 Kilometer lange Schlussabschnitt vor der afghanischen Grenze erstmals wieder für fünf Stunden geöffnet, so dass der aufgestaute Verkehr abfließen konnte.
Pakistan: Stopp des NATO-Nachschubs bald wieder vorbei? (2.1.2009)
Mindestens fünf Menschen wurden am Donnerstag im nordwestpakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan durch Raketen eines unbemannten Flugkörpers getötet. Eine Rakete traf ein Fahrzeug im Bezirk Südwasiristan und tötete die Insassen. Zwei weitere Raketen zerstörten ein leeres Haus in der Nähe.
Pakistan unterbricht Nachschub der NATO-Truppen (31.12.2008)
Pakistan hat am Dienstag alle Lieferungen für die NATO-Interventionstruppen in Afghanistan über den Khyber-Pass auf unbegrenzte Zeit gestoppt. Über diese Route laufen 75 Prozent des gesamten Nachschubs für das US-Militär, einschließlich 40 Prozent ihres Treibstoffs. Ein großer Teil des kriegswichtigen Treibstoffs kommt jetzt schon aus Russland und wird über das post-sowjetische Zentralasien nach Afghanistan transportiert.
Afghanistan: Krieg ohne Ende und ohne Grenzen (30.12.2008)
Irgendwann im Herbst 2009, das genaue Datum steht noch nicht fest, findet in Afghanistan ein internationales PR-Ereignis namens Präsidentenwahl statt. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Regulär wäre die Wahl schon im Frühjahr 2009 fällig gewesen. Stattdessen wird jetzt spekuliert, ob man nicht lieber den Ausnahmezustand ausrufen und den Termin noch ein bisschen weiter verschieben will.
"Indiens 11. September" (2.12.2008)
Der von einer noch nicht beweiskräftig identifizierten Organisation vorbereitete und gelenkte Angriff auf das indische Finanzzentrum, die Hafenstadt Mumbai, hat gute Chancen, als „Indiens 11. September“ im internationalen Gedächtnis zu bleiben.
Obama: „Neue Herangehensweise“ in Afghanistan und Pakistan? (12.11.2008)
Der nächste Präsident der USA, Barack Obama, mache sich Gedanken über „eine neue Herangehensweise im Afghanistan-Krieg“, meldete die Washington Post am 11. November. Der Bericht enthielt allerdings kaum Konkretes und, soweit es die Absichten von Obama angeht, überhaupt nichts Verifizierbares. Das Blatt erwähnte nämlich nur „Sicherheitsberater“ Obamas, die aus Gründen der Diskretion und – versteht sich – der nationalen Sicherheit weder namentlich genannt noch wörtlich zitiert werden wollten. Außerdem vermengte die Post die angeblichen Zuflüsterungen von Obamas Leuten auch noch mit Aussagen von ebenso anonymen US-Militärs.
Wieder US-Angriff gegen Pakistan. Parlament unterwirft sich den USA. (24.10.2008)
Wenige Stunden, nachdem das pakistanische Parlament einstimmig eine von der US-Regierung erzwungene “Anti-Terror”-Resolution angenommen hatte, gab es einen weiteren US-amerikanischen Militärschlag gegen pakistanisches Gebiet. Ersten örtlichen Berichten zufolge schoss ein unbemanntes Flugzeug mehrere Raketen auf eine Madrassah, eine religiöse Schule, bei Miranschah in Nordwasiristan ab. Mindestens zehn Menschen, alles Schüler zwischen 13 und 18 Jahren, wurden getötet. Weitere wurden zum Teil schwer verletzt.
Pakistanisches „Erwachen“ nach US-Rezept (18.10.2008)
Am 10. Oktober fuhr ein Attentäter einen mit Sprengstoff beladenen LKW mitten in eine Stammesversammlung und brachte ihn zur Explosion. Mindestens 110 Menschen kamen durch den Anschlag ums Leben. An der Jirga (Stammesversammlung) in der Agentur (Verwaltungseinheit in den nordwestlichen Stammesgebieten Pakistans) Oraksai hatten ungefähr 500 Männer teilgenommen. Zweck der Versammlung war gewesen, die Aufstellung einer Laschkar zu beschließen. Das ist eine jahrhundertealte Form einer ad hoc gebildeten Miliz, zu der alle Familien eine bestimmte Zahl von Kämpfern bereitstellen müssen.
Neuer US-Stützpunkt in Pakistan? (18.10.2008)
Ein lange verzögerter Plan der US-Regierung soll „in einigen Wochen“ endlich anlaufen, verkündete Generalstabschef Michael Mullen gegenüber der Los Angeles Times (18.9.). Es geht um die Entsendung von „mehreren Dutzend“ Ausbildungsoffizieren, die pakistanische Streitkräfte, vor allem Sondereinheiten, in der Aufstandsbekämpfung trainieren sollen.
Wie die USA die Souveränität Pakistans respektieren (18.10.2008)
Am Donnerstag griff das US-Militär oder die CIA wieder einmal mehrere Häuser in einem pakistanischen Dorf mit Raketen eines unbemannten Flugzeugs (Drohne) an. Es war der zwölfte Militärschlag dieser Art in den vergangenen zwei Monaten; außerdem gab es eine Bodenoperation. Nachdem Regierung und Parlament Pakistans gegen die Verletzung der Souveränität ihres Landes mehrfach protestiert und die Angriffe als kontraproduktiv verurteilt hatten, war spekuliert worden, dass die USA diese Militäraktionen einstellen würden. Eine Reihe von US-amerikanischen Politikern und Militärs waren nach Islamabad geeilt, um dort öffentlich zu versprechen, dass man selbstverständlich die Souveränität und territoriale Integrität Pakistans respektieren werde.
Zwangsvertreibung mit Anti-Terror-Zertifikat (9.10.2008)
Pakistan ist seit Ende voriger Woche dabei, Zehntausende afghanische Flüchtlinge und deren Nachkommen gewaltsam aus dem Land zu treiben. Die brutale Aktion, die international weithin ignoriert wird, gilt als pakistanischer Beitrag zum „Krieg gegen den Terror“.
Wie die USA einen Verbündeten in den Bürgerkrieg treiben (7.10.2008)
Offiziell sind sie immer noch strategische Verbündete. Das schließt aber offensichtlich nicht aus, dass der eine permanent die territoriale Integrität des anderen verletzt und dass dieser ständig seine Drohung wiederholt, sich beim nächsten Angriff militärisch zur Wehr zu setzen. Seltsam ist nur, dass das Opfer der Angriffe den politisch logischen, geradezu zwingenden Schritt scheut, vor den internationalen Institutionen, angefangen beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, deutlich und laut Klage gegen den Aggressor anzumelden.
Fakten und Widersprüche um den Anschlag aufs Marriott Hotel Islamabad (24.9.2008)
Ein technisch „erfolgreicher“ Anschlag mit einer großen Menge Sprengstoff auf ein politisch gut gewähltes Ziel heizt automatisch die Phantasien an und zieht einen kaum überschaubaren Kometenschweif von Spekulationen hinter sich her. Das gilt natürlich auch und gerade für den Angriff auf das Marriott-Hotel in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad am Sonnabend, dem 20. September, gegen 20 Uhr. Der US-amerikanische Geheimdienst CIA wird als Drahtzieher genannt, der pakistanische ISI, der israelische Mossad und der indische RAW. Vielleicht auch zwei von ihnen gemeinsam, oder warum nicht alle zusammen? Dass an den afghanischen Geheimdienst anscheinend bisher noch niemand gedacht hat, liegt wohl nur daran, dass man ihm nicht viel zutraut.
US-Angriffe gegen Pakistan gehen weiter (19.9.2008)
Die USA haben am Mittwoch erneut mit einem unbemannten Flugzeug ein Dorf in den sogenannten Stammesgebieten Nordwestpakistans, nahe der Grenze zu Afghanistan, angegriffen. Es war bereits der zwölfte Luftüberfall in diesem Jahr.
Pakistan in Wut über US-Angriffe (17.9.2008)
Nach wie vor gibt es widersprüchliche Darstellungen über einen Zwischenfall in der Nacht zum Montag an der afghanisch-pakistanischen Grenze. Nach ersten Meldungen, die sich auf Augenzeugen stützten, hatten pakistanische Sicherheitskräfte gemeinsam mit örtlichen Stammeskriegern angreifende US-Hubschrauber durch Schüsse vertrieben.
Bush will illegale Angriffe gegen Pakistan ausweiten (12.9.2008)
US-Präsident George W. Bush hat im Juli einen Geheimbefehl unterzeichnet, der Bodenoperationen auf pakistanischem Gebiet ohne Zustimmung der dortigen Regierung erlaubt. Das berichtete am Donnerstag die New York Times. Bisher hatten die US-Streitkräfte und der Geheimdienst CIA lediglich Luftangriffe, meist mit unbemannten Flugzeugen (Drohnen), gegen pakistanische Ziele unternommen.
Pakistan protestiert gegen US-Angriffe (6.9.2008)
In Pakistan hält die Empörung über den jüngsten Überfall eines US-amerikanischen Spezialkommandos in Südwasiristan, im nordwestlichen Grenzgebiet zu Afghanistan, an. Nach Aussagen von Augenzeugen waren zwei oder drei US-Hubschrauber Mittwoch Nacht in dem Dörfchen Musa Neka Ziarat gelandet. Ihnen entstiegen Soldaten, die zuerst ein Ehepaar erschossen, das aus einem der Häuser kam. Anschließend töteten sie alle Bewohner des Hauses: drei Kinder, zwei Frauen und fünf Männer. Dann eröffneten sie das Feuer auf weitere Menschen, die aus ihren Häusern kamen. Insgesamt wurden bei dem Überfall 19 oder 20 Menschen getötet.
"Pakistanische Taliban" bekennen sich zu Anschlag auf Waffenfabrik (23.8.2008)
Die Zahl der Todesopfer des Anschlags gegen eine pakistanische Waffenfabrik ist auf mindestens 70 gestiegen. Weitere 67 Menschen sind verletzt, von denen sich einige noch in Lebensgefahr befinden.
Im Schatten der Kaukasus-Krise: Humanitäre Katastrophe in Pakistan (16.8.2008)
Während Russlands Reaktion auf die georgische Aggression gegen Südossetien seit einer Woche zentrales Thema der Medien ist, spielen sich kaum beachtet im Nordwesten Pakistans menschliche Tragödien von noch größerem Umfang und nicht weniger großer politischer Tragweite ab. Am neunten Tag einer militärischen Strafexpedition gegen den Bezirk Bajaur in den sogenannten Stammesgebiete befanden sich über 100.000 Menschen auf der Flucht. Die genaue Zahl weiß niemand, worin sich zugleich die Tatsache widerspiegelt, dass es keine organisierte Betreuung der Flüchtenden und Vertriebenen gibt. Die englischsprachige pakistanische Tageszeitung The News sprach am Freitag von „Hundertttausenden“ auf der Flucht. Die Nachrichtenagentur AP gab die Zahl unter Berufung auf den Gouverneur der Nordwestprovinz, in deren Hauptstadt Peschawar sich Zehntausende geflüchtet haben, mit rund 219.000 an.
Pakistan hat null Bock auf Bürgerkrieg (30.7.2008)
Präsident George W. Bush wirkt in diesen Tagen wie der kultivierteste und gemütlichste Vertreter der politischen Klasse der USA. Seinen Gast aus Pakistan, Ministerpräsidenten Yousuf Raza Gilani, empfing er am Montag im Weißen Haus mit freundlichen Sätzen wie „Alles in allem ist Pakistan ein starker Verbündeter und eine lebendige Demokratie.“
Change we can believe in: Change of the Battle Field (23.7.2008)
Barack Obama oder John McCain - ganz gleich, wer von den beiden bei der Wahl am 4. November die Nase vorn hat, eines steht jetzt schon fest: “Der nächste Präsident wird der erste sein, der zwei Kriege, einen langfristigen Feldzug gegen globale terroristische Netzwerke und wachsende Spannungen mit dem Iran wegen seines Strebens nach Atomwaffen erbt.“ (1) – Diese Prognose, die keines besonderen Scharfsinns bedarf, äußerte Hillary Clinton vor acht Monaten, also zu einem Zeitpunkt, als sie in der internen Konkurrenz der Demokratischen Partei um mehr als zehn Prozentpunkte vor Obama lag.
Offensive oder Ablenkungsmanöver? (7.7.2008)
Kampflose „Siege“ der pakistanischen Regierung. Zeitungen sprechen von Schwindel.
Pakistan: Nach der Wahl wird die Einmischung für die US-Regierung komplizierter (26.2.2008)
Nach den Wahlen vom 18. Februar haben die beiden Hauptparteien der bisherigen pakistanischen Opposition, die Volkspartei (PPP) der am 27. Dezember 2007 ermordeten früheren Ministerpräsidentin Benazir Bhutto und die Moslemliga-Nawaz (PML-N) von Nawaz Scharif, die Bildung einer Koalitionsregierung angekündigt.
US-Regierung will Afghanistankrieg auf Pakistan ausdehnen (26.1.2008)
Die US-Regierung ist "bereit, willens und in der Lage", Truppen zu Kampfeinsätzen nach Pakistan zu schicken. Das gab Verteidigungsminister Robert M. Gates am Donnerstag bekannt. Voraussetzung sei, dass die pakistanische Regierung um diese "Hilfe" bittet.
Bhutto-Mord: Kamen die Täter aus ihrer eigenen Partei? (6.1.2008)
Sie war die große und vielleicht die letzte Hoffnung der US-Regierung zur Aufrechterhaltung ihrer Position in Pakistan. Andere sahen es anders. Benazir Bhuttos Nichte Fatima schrieb im November vergangenen Jahres, einen Monat nach der Rückkehr der zweimaligen Ministerpräsidentin: "Ich habe persönliche Gründe, die Gefahr zu fürchten, die die Anwesenheit von Frau Bhutto in Pakistan mit sich bringt. Aber ich bin nicht allein. Die Islamisten warten vor den Toren. Sie haben auf die Bestätigung gewartet, dass die Reformen, für die das pakistanische Volk gekämpft hat, eine vom Weißen Haus aufgebaute Farce sind. Seit Muscharraf 1999 die Macht ergriff, hat es eine ernsthafte Basisbewegung für demokratische Reformen gegeben. Das letzte, was wir brauchen, ist, durch eine Marionetten-‚Demokratin’ wie Frau Bhutto an eine Neocon-Agenda gefesselt zu werden."
US-Kreise wollen Krieg nach Pakistan tragen (20.7.2007)
Die "Washington Post" hat sich am Donnerstag mit einem redaktionellen Leitartikel den Rufen nach einer Militärintervention in Pakistan angeschlossen. Die Kommentare der US-amerikanischen Tageszeitung finden starke Beachtung, weil sie den oppositionellen Demokraten näher steht als der Bush-Regierung.