KNUT MELLENTHIN

Funktionen für die Darstellung

Schriftgröße:
Darstellung:

Seitenpfad

Karsais Verdacht (30.1.2014)
Der afghanische Präsident vermutet angeblich, dass US-amerikanische Dienststellen hinter Anschlägen in seinem Land stehen.
Töten gelernt (7.10.2013)
Bundeswehr schließt Afghanistan-Stützpunkt Kundus. Medien singen das Lied vom „Heldentod“.
In Doha nichts Neues (1.7.2013)
Die geplanten Verhandlungen der USA mit den afghanischen Taliban sind offenbar noch vor ihrem Beginn ins Stocken geraten. Ein Treffen auf hoher diplomatischer Ebene, das am 20. Juni in Doha, der Hauptstadt des umtriebigen arabischen Fürstentums Qatar stattfinden sollte, wurde vom State Department einen Tag vorher ganz überraschend abgesagt.
Immer wieder Katar (20.6.2013)
In der Hauptstadt des arabischen Fürstentums, das die syrischen Rebellen mit Waffen versorgt, sollen heute offizielle Gespräche zwischen den USA und den afghanischen Taliban beginnen.
NATO feiert Abzug (19.6.2013)
Offizielle Übergabe der Leitung der Aufstandsbekämpfung in Afghanistan an die einheimischen Streitkräfte. Praktisch ändert sich kaum etwas.
Blutige „Vergeltung“ (7.8.2012)
Von der NATO bewaffneter afghanischer Bandenführer richtet zahlreiche Zivilisten hin.
NATO gibt Luftangriff auf Wohnhaus zu (13.6.2012)
Afghanische und US-amerikanische Stellen äußern sich unterschiedlich über die Konsequenzen. Tod von 18 Dorfbewohnern sollte anscheinend vertuscht werden.
NATO-Luftangriff auf afghanisches Dorf (6.7.2012)
Sprecherin der Allianz leugnet den Tod von Frauen und Kindern
Licht in Bagram (5.4.2012)
Obama nutzt US-Stützpunkt in Afghanistan als Wahlkampfkulisse.
„This is war“ (20.4.2012)
Empörung über US-Zeitung, die die Normalität des Kriegsalltags in Afghanistan dokumentierte.
„Weitgehend symbolisch“ (13.4.2012)
US-Regierung plant Militärpräsenz in Afghanistan für weitere zwölf Jahre. Abkommen mit Kabul über Nacht-Razzien schreibt bestehenden Zustand fest.
Das Märchen vom Abzug (23.3.2012)
Die US-Regierung will ihre Soldaten noch mindestens zwölf weitere Jahre in Afghanistan lassen.
Kollektives Massaker (20.3.2012)
Nach dem Mord an 16 Dorfbewohnern drohen afghanische Abgeordnete, die ausländischen Streitkräfte im Land zu Besatzungstruppen zu erklären. Eine Untersuchungskommission des Kabuler Parlaments legte am Sonntag ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen vor. Danach waren 15 bis 20 US-amerikanische Soldaten an dem Massaker beteiligt, dem am 11. März unter anderem neun Kinder und drei Frauen zum Opfer gefallen waren.
Rückschläge für die NATO (17.3.2012)
Afghanistans Präsident Karsai fordert beschleunigten Abzug der Besatzungstruppen. Taliban setzen Verhandlungen mit den USA aus.
„Verpflichtung“ ohne Ende (16.3.2012)
USA wollen militärische Präsenz in Afghanistan unbefristet fortsetzen. Neue Drohung Obamas mit Krieg gegen Iran.
Weiter so (14.3.2012)
Die westlichen Regierungen wollen trotz wachsenden Widerstands in Afghanistan und zunehmender Ablehnung des Krieges durch ihre eigene Bevölkerung den Abzug ihrer Besatzungstruppen nicht beschleunigen. Das war am Montag und Dienstag der Grundzug ihrer Reaktionen auf die Ermordung von 16 Afghanen durch einen oder mehrere US-Soldaten.
Amoklauf ohne Ende (13.3.2012)
Einen Tag nach der Ermordung von 16 Afghanen durch einen oder mehrere US-Soldaten hat Angela Merkel den geplanten Abzugstermin der Bundeswehr in Frage gestellt.
Widerspruch gegen Einzeltäter-These (13.3.2012)
An der Ermordung von 16 Menschen in Südafghanistan sollen nach Zeugenberichten mehrere US-Soldaten beteiligt gewesen sein.
Vier Tage für nichts (21.11.2011)
Von Karsai einberufene „große Versammlung“ stimmt der unbefristeten Militärpräsenz der USA in Afghanistan zu.
Truppenabzug nach Friedensnobelpreisträgers Art (24.6.2011)
Als Barack Obama im Januar 2009 das Präsidentenamt übernahm, waren 31.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert. Hinzu kam eine Brigade, etwa 4000 Soldaten, deren Entsendung schon unter seinem Vorgänger George W. Bush beschlossen worden war. Obama verdreifachte das Kontingent am Hindukusch auf 100.000 Mann. Am Mittwoch kündigte er den Beginn eines Rückzugs in mehreren Phasen an. An dessen Ende sollen sich im Herbst nächsten Jahres immer noch 68.000 amerikanische Militärangehörige in Afghanistan befinden. Also mehr als doppelt so viele wie zu Beginn von Obamas Amtszeit.
Bundeswehr erschießt Demonstranten (19.5.2011)
Deutsche Soldaten beteiligen sich immer stärker an der direkten Aufstandsbekämpfung in Afghanistan. Während einer Demonstration gegen einen Bundeswehrstützpunkt in Talokan wurden am Mittwoch nach unterschiedlichen Meldungen elf oder zwölf Menschen erschossen. 50 bis 60 Demonstranten wurden verletzt, meist ebenfalls durch Schüsse deutscher Soldaten oder afghanischer Wachleute und Polizisten.
Tödliche Soldaten (4.4.2011)
Untersuchungsbericht erhebt Vorwürfe gegen den Vorgesetzten von US-Soldaten, die afghanische Zivilisten ermordeten
Wenn Soldaten zu viel töten (23.3.2011)
Fünf Angehörige der US-Streitkräfte sind wegen der Ermorderung afghanischer Zivilisten angeklagt. Ihre Hintermänner stehen nicht vor Gericht.
Kollateralschäden (1.3.2011)
Afghanische Regierungskommission stellt Tod von 65 Zivilisten während eines NATO-Angriffs fest. Besatzungstruppen wollen höchstens sieben Verletzte zugeben.
Im Schatten der Großoffensive (1.10.2010)
Medien schweigen Flüchtlingselend in Afghanistan tot
Außer toten Zivilisten nichts gebracht (31.8.2010)
Afghanistans Präsident Karsai fordert Überprüfung der militärischen Aufstandsbekämpfung – Außer der Tötung von Zivilisten hat die NATO-Intervention in Afghanistan bisher nichts gebracht. Diese Einschätzung bekräftigte Staatsoberhaupt Hamid Karsai am Sonntag in einem Gespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).
Nicht mit Mutter Theresa (28.8.2010)
CIA bezahlt afghanische Regierungsmitglieder, „weil Karsai uns nicht alles erzählt“
Korruption und CIA (27.8.2010)
Afghanische Geldwäscher und Drogenbosse auf der Gehaltsliste des US-Geheimdienstes?
Namenlose Informanten (24.8.2010)
Die New York Times dreht an der Gerüchtekampagne gegen Pakistan. Rolle der US-Regierung verschwiegen. – Der pakistanische Geheimdienst ISI hat im Januar 23 „Führer“ der afghanischen Taliban festgenommen, um die in Gang gekommenen Friedensverhandlungen mit der Regierung in Kabul zu torpedieren. Das behauptete jedenfalls die New York Times am Montag in einem außergewöhnlich langen Artikel. Der Vorwurf ist indessen alles andere als neu, und die Zeitung nennt nicht einen einzigen ihrer angeblichen Informanten beim Namen.
„Kollateralschäden“ (28.7.2010)
Veröffentlichte Geheimdokokumente geben Aufschluss über zivile Opfer der Aufstandsbekämpfung in Afghanistan
Nicht länger geheim (27.7.2010)
90.000 US-Dokumente zum Afghanistankrieg ins Internet gestellt
Schaulaufen der Wünsche (21.7.2010)
Kabuler Konferenz endete ohne konkrete Ergebnisse – Bis spätestens Ende 2014 sollen Afghanistans eigene Sicherheitskräfte in der Lage sein, im gesamten Land die Verantwortung für alle militärischen Operationen zu übernehmen. Das „bekräftigte“ Präsident Hamid Karsai am Dienstag auf einer internationalen Konferenz in Kabul, an der angeblich Vertreter aus über 60 Ländern teilnahmen. Tatsächlich handelte es sich lediglich um eine Wiederholung von Bekanntem, da Karsai genau das gleiche Ziel auch schon im vorigen Jahr verkündet hatte. Das hinderte die illustren Konferenzteilnehmer, unter ihnen der deutsche Außenminister Guido Westerwelle, aber nicht, die Mitteilung des afghanischen Präsidenten mit Beifall zu „unterstützen“.
Denn sie wissen nicht, was sie tun? (21.7.2010)
„Es kann nicht bestritten werden, dass die internationale Gemeinschaft anfangs das Ausmaß dieser Herausforderung unterschätzte“, stellte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen einen Tag vor der Afghanistan-Konferenz in Kabul fest. Eine vergleichbare Aussage der SPD- und Grünen-Politiker, die Deutschland vor bald neun Jahren in diesen Krieg hineinführten, fehlt bisher ebenso wie eine selbstkritische Bilanz der Unions- und FDP-Politiker, die den militärischen Kampf so lange fortsetzen wollen, bis die US-Regierung definitiv das Signal zur Beendigung des blutigen und sündhaft teuren „Engagements“ gibt.
Kein Licht am Ende des Tunnels (20.7.2010)
Unter allerstärksten militärischen Sicherheitsvorkehrungen findet heute in der afghanischen Hauptstadt Kabul eine internationale Konferenz statt, die ausschließlich der Selbstdarstellung dient. Das gilt für die meisten Treffen dieser Art, aber nur wenige sind mit derart hohen Kosten und so schwerwiegenden Risiken verbunden.
Kein Friedenssignal aus Afghanistan (7.6.2010)
Die dreitägige „Friedens-Dschirga“ in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Freitag mit einer nichtssagenden 16-Punkte-Erklärung zu Ende gegangen. Die inhaltliche Armseligkeit des knapp gehaltenen Textes unterschreitet noch die niedrigen Erwartungen, die von vornherein in diesen seit Monaten angekündigten Propaganda-Event zu setzen waren. Bemerkenswert ist einzig und allein der spontan hinzugefügte, in fast allen westlichen Mainstream-Medien verschwiegene oder gar nicht wahrgenommene Punkt 16: Darin wird der „inhumane Angriff“ Israels auf die Hilfsschiffe für Gaza „stärkstens verurteilt“. Die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft werden aufgefordert, „die brutale Abriegelung Gazas zu beenden“.
Nach Washingtons Spielregeln (3.6.2010)
Polit-Spektakel in Kabul von Taliban-Angriff begleitet. Karsai bietet Aufständischen Amnestie und Exil an.
„Mangel an Verständnis für lokale Bräuche“ (15.3.2010)
Blutiges Ende einer Feier in Afghanistan: Bewaffnete US-Amerikaner stürmten das Haus und erschossen fünf Menschen: Zwei schwangere Frauen, Mütter von zusammen 15 Kindern, eine Achtzehnjährige und zwei Regierungsbeamte, die sich unter den Gästen befanden. Das geschah am 12. Februar. Etwa 25 Menschen hatten sich an diesem Abend versammelt, um die Namensgebung eines neugeborenen Jungen zu feiern.
Das Märchen von der neuen Strategie (3.2.2010)
Was steckt hinter den Spekulationen über Friedensverhandlungen mit den Taliban? – Seit 30 Jahren herrscht ohne Unterbrechung Krieg in Afghanistan, einem der ärmsten Länder der Welt, das selbst ohne ständige ausländische Einmischung riesige soziale und ökonomische Probleme hätte. Der Westen hat zuerst die Islamisten auf die Beine gebracht, finanziert, mit modernen Waffen ausgerüstet und als „Freiheitskämpfer“ verherrlicht. Seit dem Abzug der sowjetischen Interventionstruppen werden die Verbündeten von vorgestern als finstere „Terroristen“ verteufelt, die die größte existierende Gefahr für die gesamte Welt darstellen sollen. In Wirklichkeit handelt es sich um ganz genau dieselben Strukturen wie zuvor und zu einem großen Teil sogar immer noch um die selben Menschen.
Blutige Rekorde (2.2.2010)
Die Verluste der westlichen Kriegskoalition in Afghanistan steigen steil an. US-Militärs: Es kommt noch schlimmer.
Koordinierte Regierungsstrategie (2.2.2010)
USA steigern militärischen Druck auf Iran. Clinton droht China wegen Sanktionsverweigerung.
Finger am Abzug (26.1.2010)
„Britische Truppen werden weitere fünf Jahre gegen die Taliban kämpfen müssen“, titelte die konservative Londoner Tageszeitung Times am Montag. In Deutschland versucht die SPD die gleiche Nachricht als frohe Botschaft vom nahe bevorstehenden Truppenabzug aus Afghanistan unter die Leute zu bringen, um als Oppositionsführerin zu punkten. Der Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP erscheint dieser Zeitrahmen sogar als unverantwortlich kurz. Wie viele Jahre sie den Krieg noch fortsetzen wollen, lassen Angela Merkel, Guido Westerwelle und Karl-Theodor zu Guttenberg völlig offen.
Obama hält sein Wahlversprechen (28.12.2009)
Das einzige Wahlversprechen, das Barack Obama schon in seinem ersten Amtsjahr voll eingelöst hat, ist die Eskalation der Aufstandsbekämpfung in Afghanistan und ihre Ausweitung auf Pakistan. Beide Länder hat der neue US-Präsident schon in einer seiner ersten programmatischen Reden am 27. März zu einem gemeinsamen Kriegsschauplatz erklärt.
„Hoher Zuspruch“ (17.12.2009)
Bundeswehr sonnt sich im Lob afghanischer Machthaber für das Kundus-Massaker
Was wusste Steinmeier? (15.12.2009)
Das Massaker von Kunduz hat ein Wunder bewirkt, das der SPD und den Grünen sehr entgegen kommt: Die Verantwortlichen für Deutschlands Beteiligung am Afghanistan-Krieg können sich plötzlich als kritische Opposition aufspielen. Dabei war es die von Gerhard Schröder und Joseph Fischer geführte „rot-grüne“ Regierung, die 2002 erstmals Bundeswehrsoldaten nach Kabul entsandte und auch für die folgenden Erweiterungen des Mandats verantwortlich war. Die Grünen wurden 2005 in die Opposition geschickt, während die SPD sogar noch während des Kunduz-Massakers zusammen mit der CDU/CSU in der Regierungsverantwortung war.
„Nur noch minimale Spuren von Humanmaterial“ (15.12.2009)
Die Wahrheit über das Bundeswehr-Massaker in der nordafghanischen Provinz Kunduz kommt nur in Bruchstücken ans Licht. Die Bundesregierung hat zwar „Transparenz und Aufklärung“ (Verteidigungsminister Guttenberg) versprochen, hält aber sogar die schon vorliegenden Berichte immer noch unter Verschluss. Der Untersuchungsausschuss, der am Mittwoch seine Arbeit aufnimmt, soll voraussichtlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagen. Warum sich nicht wenigstens die Linke mit vollem Nachdruck für die Forderung nach Veröffentlichung aller Berichte stark macht, bleibt unverständlich.
Kunduz: Alle Berichte veröffentlichen! (14.12.2009)
Am 4. September um 1.51 Uhr nachts entschloss sich Georg Klein, möglichst viele afghanische INS „durch den Einsatz von Luftstreitkräften zu vernichten“. So steht es im Bericht, den der Bundeswehr-Oberst am 5. September an Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan schickte.
Afghanistan: USA kündigen miilitärische Eskalation und höhere Verluste an (9.12.2009)
Der Generalstabschef der US-Streitkräfte, Mike Mullen, versucht, die Soldaten auf noch höhere Verluste in Afghanistan einzustimmen. In einer Rede auf dem Marines-Stützpunkt Camp Lejeune (North Carolina) sprach der Admiral am Montag von der gefährlichsten Zeit, die er in seinen vierzig Jahren beim Militär erlebt habe. Die USA seien dabei, den Krieg in Afghanistan zu verlieren. Deshalb sei die von Präsident Barack Obama in der vorigen Woche angekündigte „blitzartige“ Verstärkung der Besatzungstruppen um 30.000 Mann unbedingt erforderlich.
Kein Abzugsplan für Afghanistan (4.12.2009)
„In der Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat“ - so beginnen einige alte Märchen. In jenen weit zurückliegenden Zeiten konnte es passieren, dass ein grüner Fraktionsvorsitzender im ZDF auftrat und vor sich hin plauderte: „Die USA tun heute das, wovor sich die Bundesregierung drückt, nämlich einen Abzugsplan auch mit Zeitplänen vorzulegen und ein Ende dieses Einsatzes vorzubereiten.“
Moralische Aufrüstung (3.12.2009)
Obama ordnet militärische Eskalation in Afghanistan an. Mehr CIA-Agenten nach Pakistan.
„Brachiale Taliban-Jagd“ (10.11.2009)
Scheinheilige deutsche Entrüstung über US-Kriegführung in Nordafghanistan. – US-amerikanische Spezialeinheiten und Kampfflugzeuge haben Anfang November in der Umgebung der nordafghanischen Stadt Kunduz mindestens 133 Menschen getötet. Das berichtete Spiegel Online am Wochenende. Die fünftägigen Kriegshandlungen erfolgten im Rahmen der „Operation Enduring Freedom“ (OEF), also außerhalb der Strukturen der NATO und der internationalen Interventionstruppen (ISAF).
Kindersoldaten (10.11.2009)
Tausende Jugendliche müssen in den afghanischen Sicherheitskräften dienen. Totschweige-Gemeinschaft der deutschen Kriegsparteien
Wahlzirkus zuende (3.11.2009)
Karzai bleibt Präsident Afghanistans. Aber mit noch weniger Einfluss als bisher.
Schutzgeld an die Taliban? (16.10.2009)
Der italienische Geheimdienst soll afghanischen Aufständischen mehrere zehntausend Dollar Schutzgeld gezahlt haben, um sie von Angriffen auf italienische Truppen abzuhalten. Das behauptete die britische Times am Donnerstag unter Berufung auf anonyme NATO-Insider.
„Frieden“ schaffen mit immer mehr Waffen (14.10.2009)
Obama überholt als Kriegspräsident seinen Vorgänger Bush. Rückzugstendenz unter den US-Verbündeten hält an.
Kofferpacken am Hindukusch (8.10.2009)
In den NATO-Ländern wachsen die Zweifel am Afghanistankrieg. Deutliches Friedensangebot der Taliban an die Interventionsstaaten.
Krieg ohne Ende (5.10.2009)
Deutschland will noch mehr Soldaten nach Afghanistan schicken. Konfuse Debatten in der Linken. – Die NATO-Besatzungstruppen in Afghanistan haben am Wochenende die schwersten Verluste seit August 2008 erlitten. Gleichzeitig bereiten Deutschlands staatstragende Parteien eine Verstärkung der im Nordosten stationierten Bundeswehrsoldaten von 4500 auf 7000 vor. In der Partei Die Linke gibt es erste Anzeichen für die Aufweichung der Forderung nach einem sofortigen, vollständigen Abzug des deutschen Militärs.
Der Ertrinkende und sein Strohhalm (9.9.2009)
Verteidigungsminister Franz Josef Jung kämpft so verzweifelt um seinen Job, als ginge es um sein Leben. Im Bundestag verteidigte er am Dienstag noch einmal das von der Bundeswehr zu verantwortende Massaker in Kundus und berief sich dabei auf „hochrangige“ afghanische Funktionäre: Die hätten bestätigt, dass bei dem Luftangriff „nur Taliban und deren Verbündete“ getötet wurden.
Massaker von Kundus: Berlin bleibt stur (8.9.2009)
Das zynische Spiel der deutschen Bundesregierung um das Massaker von Kundus geht weiter. Nachdem sich Verteidigungsminister Franz Josef Jung noch am Sonntag absolut sicher gegeben hatte, dass die beim Abwurf zweier 500-Pfund-Bomben getöteten Afghanen ausschließlich bewaffnete Aufständische gewesen seien, formulierte er am Montag etwas vorsichtiger, „dass der überwiegende Anteil Taliban gewesen sind“. Gleichzeitig wiederholte er, dass der vom deutschen Oberst Georg Klein angeordnete Luftangriff „militärisch notwendig und richtig“ gewesen sei. „Ich stehe eindeutig hinter der Entscheidung unseres Kommandeurs“, zitierte die Nachrichtenagentur AP den Minister am Montag.
Krieg gegen die Bevölkerung (7.9.2009)
Dass die Bundeswehr in Afghanistan Krieg führt, will Verteidigungsminister Franz Josef Jung immer noch nicht zugeben. Trotzdem teilte er der BILD am Sonntag im Macho-Jargon mit: „Wer uns angreift, muss wissen, dass er bekämpft wird.“
Allein gegen die Welt (7.9.2009)
Deutsche Regierung verteidigt Massaker in Afghanistan. Selbst die USA gehen auf Distanz. – Alle wissen es längst, nur die Bundesregierung bestritt es sogar am Sonntag noch: Bei dem von Bundeswehroberst Georg Klein angeordneten Bombenangriff in der nordostafghanischen Provinz Kundus am Donnerstag wurden zahlreiche Bewohner getötet oder schwer verletzt. Am Sachverhalt gibt es aufgrund der Augenzeugenberichte und der Recherchen westlicher Nachrichtenagenturen nicht den geringsten Zweifel.
Wie die Wahl auch ausgeht: NATO bleibt in Afghanistan (17.8.2009)
Angesichts steigender Verluste auf beiden Seiten und vor allem in der Bevölkerung hat NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen die Entschlossenheit der westlichen Kriegsallianz bekräftigt, um jeden Preis und auf unabsehbare Zeit in Afghanistan zu bleiben. Die Niederschlagung der Aufstandsbewegung sei „von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit“ aller 42 Staaten, die in Afghanistan militärisch präsent sind. Darunter Deutschland mit 3900 Soldaten.
Krieg bis zum Endsieg (4.8.2009)
Die NATO soll unbegrenzt lange in Afghanistan Krieg führen. Zu diesem vorrangigen Ziel bekannte sich gestern der neue Generalsekretär der Allianz, Anders Fogh Rasmussen, an seinem ersten Arbeitstag.
Das Pentagon will mehr Soldaten (22.7.2009)
Während die NATO-Besatzungstruppen in Afghanistan derzeit ihre schwersten Verluste seit Kriegsbeginn vor acht Jahren erleiden, hat Verteidigungsminister Robert Gates am Montag eine Verstärkung der US-amerikanischen Streitkräfte um 22.000 Soldaten angekündigt.
NATO in Afghanistan (29.1.2009)
„Drogenbekämpfung“ zur Ausschaltung der Konkurrenz? – In der NATO wird über die militärische Bekämpfung der afghanischen Produzenten von Opium und Heroin gestritten. Die Auseinandersetzung wird zur Zeit durch interne Schreiben aus der NATO-Chefetage belebt, aus denen Spiegel Online am 28. Januar erstmals und weltexklusiv zitierte. Doch die zugrunde liegende Kontroverse wird schon seit Monaten ausgetragen. Das jetzt öffentlich bekundete „Entsetzen“ deutscher Parlamentarier muss daher wohl so interpretiert werden, dass sie wichtige Debatten und Entscheidungen verschlafen haben.
Pakistan: Stopp des NATO-Nachschubs bald wieder vorbei? (2.1.2009)
Mindestens fünf Menschen wurden am Donnerstag im nordwestpakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan durch Raketen eines unbemannten Flugkörpers getötet. Eine Rakete traf ein Fahrzeug im Bezirk Südwasiristan und tötete die Insassen. Zwei weitere Raketen zerstörten ein leeres Haus in der Nähe.
Pakistan unterbricht Nachschub der NATO-Truppen (31.12.2008)
Pakistan hat am Dienstag alle Lieferungen für die NATO-Interventionstruppen in Afghanistan über den Khyber-Pass auf unbegrenzte Zeit gestoppt. Über diese Route laufen 75 Prozent des gesamten Nachschubs für das US-Militär, einschließlich 40 Prozent ihres Treibstoffs. Ein großer Teil des kriegswichtigen Treibstoffs kommt jetzt schon aus Russland und wird über das post-sowjetische Zentralasien nach Afghanistan transportiert.
Afghanistan: Krieg ohne Ende und ohne Grenzen (30.12.2008)
Irgendwann im Herbst 2009, das genaue Datum steht noch nicht fest, findet in Afghanistan ein internationales PR-Ereignis namens Präsidentenwahl statt. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Regulär wäre die Wahl schon im Frühjahr 2009 fällig gewesen. Stattdessen wird jetzt spekuliert, ob man nicht lieber den Ausnahmezustand ausrufen und den Termin noch ein bisschen weiter verschieben will.
Geheime Friedensverhandlungen in Afghanistan (10.10.2008)
Hoffnungsschimmer oder Täuschungsmanöver? – Nicht zum ersten Mal seit Beginn der NATO-Militärintervention in Afghanistan vor sieben Jahren gibt es Gerüchte über Geheimgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban. Genährt werden solche Spekulationen vor allem von Präsident Hamid Karzai, während Vertreter der Taliban allen Vermutungen über diskrete Verhandlungen oder auch nur Sondierungen entschieden widersprechen. Das beweist zwar an sich noch nichts, begründet aber doch einen Anfangsverdacht, dass es sich um Propagandatricks eines Politikers handelt, dem die Felle davonschwimmen.
Kanadas Soldaten bleiben in Afghanistan. Druck auf Deutschland zur Beteiligung an Kampfeinsätzen wächst. (15.3.2008)
Kanadas Unterhaus hat am Donnerstag mit großer Mehrheit das Mandat für die 2.500 überwiegend in der Südprovinz Kandahar stationierten Soldaten bis Ende 2011 verlängert. Die mit einer parlamentarischen Minderheit regierenden Konservativen und die oppositionellen Liberalen sind unter der Parole der nationalen Einheit ("Es geht um Kanada") ein Bündnis eingegangen. Dadurch kam ein Ergebnis von 198 zu 77 zustande.
Bildet die Bundeswehr Kindersoldaten aus? (28.2.2008)
Bildet die Bundeswehr in Afghanistan Minderjährige für den Kriegsdienst aus, wie die Junge Welt am 25. Februar gemeldet hatte? Nein, auf gar keinen Fall, dementierte ein Bundeswehrsprecher am Dienstag. Ja, selbstverständlich, behauptet hingegen Spiegel Online - und findet das auch völlig normal und in Ordnung.
Versteckspiel um die nächste Mandatserweiterung (25.2.2008)
Regulär wäre die nächste Abstimmung über die Verlängerung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr erst Ende September oder Anfang Oktober fällig. Doch schon werden Pläne diskutiert, die Abstimmung auf Juni vorzuziehen und das Mandat dann gleich um 18 statt 12 Monate zu verlängern. Auf diese Weise soll die Diskussion um das Mandat aus dem Wahljahr 2009 herausgehalten werden, heißt es ganz offen. Allein diese Begründung sagt viel aus über eine Regierung, die in Sachen Afghanistan gegen die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung agiert.
Geheime deutsche Teilnahme an Kampfeinsätzen in Südafghanistan? (25.2.2008)
Bundeswehroffiziere "begleiten" von ihnen ausgebildete afghanische Einheiten bei Kampfeinsätzen im Süden und Südosten des Landes. Das besagt eine Information aus Brüssel, die der Jungen Welt vorliegt. Wenn das stimmt, wäre es eine an der Öffentlichkeit und am Bundestag vorbeigesteuerte Geheimoperation, die dem offiziellen Mandat widerspricht. Die Quelle in Brüssel berichtet darüber hinaus, dass einige der von deutschen Offizieren ausgebildeten Afghanen höchstens 16 Jahre alt sind.
Krieg ohne Ende (11.2.2008)
Deutschland soll mit auf die Reise gehen. Nächste Stationen: Pakistan und Iran. - Deutschland wird seine Beteiligung am Afghanistankrieg der NATO demnächst noch weiter verstärken. Das bleibt als Fazit eines an widersprüchlichen Meldungen und halbherzigen Dementis reichen Wochenendes rund um die Münchner Sicherheitskonferenz.
"Transatlantiker" machen Druck (5.2.2008)
Die Bundeswehr soll sich noch stärker an der Aufstandsbekämpfung in Afghanistan beteiligen. - Die Auseinandersetzung um Kampfeinsätze deutscher Soldaten in den umkämpften Südprovinzen Afghanistans spitzt sich zu. Der SPD-Politiker Hans-Ulrich Klose und der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Klaus Naumann, stellten sich am Montag hinter eine entsprechende Forderung von US-Verteidigungsminister Robert M. Gates.
The same procedure as every year (4.2.2008)
Künstliche Aufregung bei Regierung und staatstragender Opposition in Berlin: US-Verteidigungsminister Robert M. Gates hat in einem als "ungewöhnlich scharf" und "unangemessen" bezeichneten Geheimbrief die Bereitstellung deutscher Soldaten für Kampfeinsätze in Südafghanistan gefordert.
US-Regierung will Afghanistankrieg auf Pakistan ausdehnen (26.1.2008)
Die US-Regierung ist "bereit, willens und in der Lage", Truppen zu Kampfeinsätzen nach Pakistan zu schicken. Das gab Verteidigungsminister Robert M. Gates am Donnerstag bekannt. Voraussetzung sei, dass die pakistanische Regierung um diese "Hilfe" bittet.
Noch mindestens zehn Jahre Krieg in Afghanistan (22.12.2007)
2007 war von der NATO als "Jahr der Entscheidung" im Afghanistan-Krieg proklamiert worden. Massive Offensiven sollten den bewaffneten Widerstand in seinen Hochburgen und Rückzugsgebieten angreifen und ihm nachhaltig "das Rückgrat brechen". Zugleich wollte die NATO wesentliche Erfolge im "Kampf um die Herzen und Hirne" der afghanischen Bevölkerung erreichen.
Politischer Mord in Afghanistan - Wenig Interesse an Aufklärung (26.11.2007)
Auf den ersten Blick sah es "nur" wie der folgenschwerste Selbstmordanschlag seit der Besetzung Afghanistans durch NATO-Truppen vor sechs Jahren aus. Nach vermutlich immer noch unvollständigen Zählungen starben 77 Menschen, darunter 61 Kinder und Jugendliche, als in der Provinz Baghlan, am 6. November eine Bombe explodierte. Inzwischen stellt sich der Vorfall als Anschlag auf den wichtigsten Oppositionsführer dar. Als Auftraggeber sind regierungsnahe Kreise ebenso im Gespräch wie die Geheimdienste der USA und Pakistans.
"Sicheres Umfeld" in Nordafghanistan? Neue Fakten über Blutbad im Einsatzbereich der Bundeswehr. (19.11.2007)
AP hat am Sonntag bisher unbekannte Einzelheiten zu dem Anschlag veröffentlicht, bei dem am 6. November in der nordafghanischen Provinz Baghlan 77 Menschen getötet wurden. Der Nachrichtenagentur zufolge starben bis zu zwei Dritteln der Opfer, als nach der Explosion private Sicherheitsleute in Panik minutenlang in die Menschenmenge schossen.
Wandlungen und Irrwege eines Kriegsmandats (16.11.2007)
Der Deutsche Bundestag hat am 15. November das Mandat für die Beteiligung der Bundeswehr an der "Operation Enduring Freedom" (OEF) der USA um ein weiteres Jahr verlängert. Die Entscheidung fiel mit 414 gegen 145 Stimmen, bei 15 Enthaltungen. Neben der Fraktion der Linken stimmten auch viele grüne Abgeordnete gegen den Antrag der Bundesregierung.
Afghanistan: Erstmals Militäroperation unter deutschem Kommando (13.11.2007)
Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt gab es in den vergangenen zwei Wochen eine Zäsur in der Entwicklung der Bundeswehreinsätze im Ausland. In Nordafghanistan fand zum ersten Mal unter deutschem Kommando eine offensive Militäraktion statt.
Afghanistan: Bundestag und Bundesregierung bleiben auf "Endsieg"-Kurs (15.10.2007)
Am Freitag, dem 12. Oktober, hat der deutsche Bundestag mit der erwarteten großen Mehrheit das Mandat für die deutsche Beteiligung an der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (ISAF) um ein weiteres Jahr verlängert. Teil des Mandats ist jetzt auch der vom Bundestag am 9. März gesondert gebilligte Einsatz von sechs Tornado-RECCE-Aufklärungsflugzeugen.
Afghanistan: Ein Kriegsmandat außer Kontrolle (9.10.2007)
Am Freitag, dem 12. Oktober, wird der deutsche Bundestag voraussichtlich mit großer Mehrheit das Mandat für die deutsche Beteiligung an der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (ISAF) um ein weiteres Jahr verlängern. Teil dieses Mandats wird dann auch der vom Bundestag am 9. März dieses Jahres gesondert gebilligte Einsatz von sechs Tornado-RECCE-Aufklärungsflugzeugen sein. Die von ihnen produzierten Luftaufnahmen stehen nicht nur der ISAF zur Verfügung, sondern dürfen laut Mandat auch an die außerhalb des NATO-Kommandos operierenden US-amerikanischen Truppen der OEF (Operation Enduring Freedom) weitergegeben werden.
"Ein bisschen Friede" - das geht nicht (17.9.2007)
Als "Debakel" und "schwere Niederlage für die Parteispitze" beweinen deutsche Medien das Abstimmungsergebnis des Afghanistan-Parteitags der Grünen am Sonnabend. Das ist jedoch höchstens die halbe Wahrheit. Zwar haben die Kriegsbefürworter verloren. Aber die Kriegsgegner in der Partei haben nicht gewonnen.
Ausweitung des Afghanistan-Krieges auf Pakistan droht (4.8.2007)
Vorn auf der Bühne wird ein rhetorischer Schaukampf ausgetragen, ob man die amerikanischen Streitkräfte möglichst schnell aus Irak abziehen will oder ob sie noch auf unabsehbare Zeit dort bleiben sollen. In Wirklichkeit diskutiert die politische Klasse der USA nur darüber, wie man den nach dem 11. September 2001 begonnenen Krieg auf noch mehr Länder ausweiten sollte. Neben Iran als "weltweit größte Bedrohung" ist seit Anfang des Jahres ein weiterer Schauplatz einer möglichen militärischen Eskalation in den Vordergrund getreten: Pakistan, genauer gesagt der an Afghanistan grenzende Nordwesten des Landes.
Afghanistan-Einsatz: Grüne arbeiten an ihrem Image (15.7.2007)
Die Grünen sind an der Seite der SPD in die jüngere deutsche Geschichte eingegangen als die Partei, die das Tor zu weltweiten Bundeswehr-Einsätzen geöffnet hat. Jetzt wollen sie auf einem Sonderparteitag am 15. September den Versuch einer Schadensbegrenzung vornehmen. Zwei Wochen danach werden im Bundestag die drei Afghanistan-Mandate zur Abstimmung stehen: Der Einsatz von 3.000 Soldaten im Rahmen der ISAF, die Unterstützung von NATO-Luftangriffen durch sechs Tornado-Aufklärungsflugzeuge und die Beteiligung an der von den USA außerhalb der NATO-Strukturen geführten Operation Enduring Freedom (OEF).
Steinmeier: Noch mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan (10.7.2007)
Die Bundesregierung will noch mehr Soldaten nach Afghanistan schicken. Auch ein Einsatz in den Kampfgebieten im Süden und Südosten soll nicht ausgeschlossen sein. Das kündigt Außenminister Frank-Walter Steinmeier in der am Montag erschienenen Ausgabe des Spiegel an.
Bundeswehr noch auf Jahrzehnte in Afghanistan? (4.7.2007)
In diesen Tagen überschlagen sich die Spekulationen über die Zukunft des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan.
Bundeswehr: Noch tiefer in den afghanischen Sumpf (7.5.2007)
In kleinen, aber gezielten Schritten arbeitet sich Deutschland an Kampfeinsätze der Bundeswehr in Afghanistan heran. Das Verteidigungsministerium hat zwei Missionen in den heftig umkämpften Südprovinzen des Landes genehmigt. Der erste Bericht darüber erschien in der Welt am Sonntag, der nach eigenen Angaben ein Papier aus dem Ministerium vorlag. In beiden Fällen lässt die Fadenscheinigkeit der offiziellen Begründungen kaum Zweifel, dass es sich lediglich um konstruierte Vorwände handelt.
Bin Laden: 50 oder tot? (10.3.2007)
Falls Bin Laden noch am Leben sein sollte, ist der 10. März sein 50. Geburtstag. US-Geheimdienstler und Spezialeinheiten suchen ihn aus diesem Anlass mal wieder im westpakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan.
Warum Tornados keine "Kollateralschäden" verhindern (10.3.2007)
Der deutsche Bundestag hat am Freitag, dem 9. März 2007, mit großer Mehrheit den Einsatz deutscher Tornado-Kampfflugzeuge für die Luftaufklärung über Afghanistan beschlossen. Bemerkenswert hoch war jedoch die Zahl der Nein-Stimmen mit 157. Das ist mehr als je zuvor bei einer Debatte über Auslandseinsätze der Bundeswehr.
Im Namen des deutschen Volkes: Tornados über Afghanistan (8.3.2007)
Der Bundestag entscheidet heute über den Einsatz von sechs bis acht Tornado-Kampfflugzeugen im Afghanistan-Krieg der NATO. Die Maschinen sollen durch Luftaufklärung die Offensiv-Operationen der Bündnispartner unterstützen, können mit ihren Bordkanonen aber auch Ziele am Boden angreifen.
Afghanistan: NATO will militärische Entscheidung erzwingen (7.3.2007)
2007 soll nach dem Willen der NATO "das Jahr der Entscheidung" in Afghanistan werden. Am Dienstag hat die seit Wochen angekündigte Frühjahrsoffensive der NATO begonnen. Sie ist zunächst auf den Norden der südafghanischen Provinz Helmand konzentriert. 4.500 NATO-Soldaten sind an der "Operation Achilles" beteiligt.
Die Stunde der Wahrheit rückt näher (23.2.2007)
Afghanistan muss ein einheitlicher, zentral geführter Kriegsschauplatz der NATO werden. Die Soldaten aller NATO-Mitglieder müssen jederzeit für Kampfeinsätze in allen Landesteilen zur Verfügung stehen. - Das ist der Kern der Aussagen, mit denen Stephen Hadley, der Nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten, am Mittwoch europäische Journalisten konfrontierte.
Immer tiefer in den Krieg (7.2.2007)
Die Bundesregierung will die deutsche Beteiligung am NATO-Krieg in Afghanistan ausweiten. Ab Mitte April sollen 6 bis 8 Tornado-RECCE-Aufklärungsflugzeuge die offensive Aufstandsbekämpfung im Süden und Osten des Landes unterstützen. Das gab Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) am Dienstag anlässlich eines Besuchs bei Bundeswehreinheiten in Nordafghanistan bekannt.
Bundeswehr in Afghanistan: Wer "A" sagt, wird auch "B" sagen (24.12.2006)
Die Bundesregierung ist nach Pressemeldungen entschlossen, sechs Tornado-Flugzeuge der deutschen Luftwaffe nach Afghanistan zu schicken, um die Aufstandsbekämpfung im Süden und Osten des Landes zu unterstützen. Grüne und FDP, die den Bundeswehreinsatz in Afghanistan von Anfang an mittragen und - im Fall der Grünen - sogar ursächlich mitzuverantworten haben, geben sich angesichts des Vorhabens der Regierung überrascht, wenn nicht sogar empört. Selten sah man so miserable Schauspieler in einem so dümmlichen Stück.
Afghanistan: 2006 war schlimm, 2007 wird schlimmer - Wahrscheinlich auch für die Bundeswehr (20.12.2006)
Die Bundesregierung will im kommenden Jahr ihre Beteiligung am NATO-Krieg in Afghanistan entscheidend ausweiten. Aufklärungsflugzeuge der deutschen Luftwaffe sollen dann direkt die Kampfeinsätze der NATO-Partner im Süden des Landes unterstützen. Das berichtete Spiegel Online am 20. Dezember.
Straße in den Krieg (27.11.2006)
Deutsche Soldaten demnächst auch in Südafghanistan: Mitten im Winter will Deutschland in der südafghanischen Provinz Kandahar ein 4,5 Kilometer langes Stück Straße bauen lassen. Das gab die Bundesregierung am Freitag überraschend bekannt. Die Arbeiten sollen noch vor dem NATO-Gipfel beginnen, der am Dienstag und Mittwoch in der lettischen Hauptstadt Riga stattfindet. Die Straße soll laut Planung in etwa drei Monaten fertiggestellt sein. "Der Straßenbau solle den Beginn eines gezielten Ausbaus deutscher Entwicklungshilfe in Südafghanistan markieren. Mehrere andere Projekte würden geprüft", hieß es dazu am Sonnabend in der FAZ.
Bundeswehr unterstützt Kampfeinsätze in Südafghanistan (2.10.2006)
Am Sonnabend hat das Verteidigungsministerium zugegeben, dass die Bundeswehr schon seit einiger Zeit an der Kriegführung der NATO im Süden Afghanistans beteiligt ist. Zwei Tage zuvor hatte der Bundestag mit großer Mehrheit der Verlängerung des Bundeswehr-Mandats zugestimmt. Als einzige Fraktion lehnte die Linkspartei geschlossen ab. Offenbar hat das Verteidigungsministerium mit der überfälligen "Enthüllung" der deutschen Unterstützung für Kampfeinsätze bewusst bis nach der Bundestagssitzung gewartet.
Al Kaida fünf Jahre danach: Tot und doch lebendig (11.9.2006)
Fünf Jahre nach dem 11. September 2001 ist die internationale Terrororganisation al-Kaida lebendiger als je zuvor. Zwar nicht in der Wirklichkeit, wo man kaum noch etwas von ihr hört und wo ihr in den vergangenen fünf Jahren kein einziger Anschlag halbwegs sicher zuzuschreiben war. Wohl aber lebt al-Kaida und nimmt immer riesigere Dimensionen an in der Rhetorik von US-Präsident George W. Bush. Die programmatische Rede, die er am 5. September dieses Jahres vor dem Offiziersverband in Washington hielt, beschäftigte sich überwiegend mit al-Kaida und mit deren legendärem Führer Bin Laden.
NATO in Afghanistan: Freiwillige vor! (11.9.2006)
Auf einer NATO-Tagung am Wochenende sind die 26 Mitgliedstaaten grundsätzlich übereingekommen, die Truppen in den südafghanischen Kampfzonen um 2.500 Soldaten zu verstärken. Benötigt werden außerdem mehr Hubschrauber und Transportflugzeuge. Am Mittwoch will man sich wieder treffen, um zu beraten, wie man diesen Grundsatzbeschluss in die Tat umsetzen kann.
Afghanistan 1979 - 2006: Damals Freiheitskämpfer, heute Terroristen (9.5.2006)
Afghanistan gilt neben Irak als Schwerpunkt im "Krieg gegen den Terrorismus", den die US-Regierung nach dem 11. September 201 verkündete. Einige Zeit hatte die Entwicklung in dem mittelasiatischen Land im Schatten der täglichen Meldungen über den bewaffneten Widerstand im Irak gestanden. Afghanistan sei "weitgehend befriedet" hieß es. Die Soldaten der deutschen Bundeswehr schienen fast ausschließlich mit dem Verteilen von Kinderspielzeug beschäftigt.
Afghanistan: Die NATO steigt immer mehr in den Krieg ein (21.4.2006)
Seit über vier Jahren muss Deutschlands Freiheit auch am Hindukusch verteidigt werden. Der Entdecker dieser Notwendigkeit war der frühere Verteidigungsminister Peter Struck (SPD). Er hatte keine erkennbaren Schwierigkeiten, fast den gesamten Bundestag und 99,9 Prozent der deutschen Journalisten von seiner These zu überzeugen. Die "rot-grünen" Regierungsjahre haben wie eine Dampfwalze fast alles plattgemacht, was vor 15 Jahren selbst von christdemokratischen Politikern noch an Einwänden gegen internationale Bundeswehreinsätze zu vernehmen war. Dass deutsche Soldaten an die absurdesten Plätze der Welt "entsandt" werden, ist alltäglich geworden.
Hauptverbündeter oder Schurkenstaat? (24.8.2004)
Pakistan teilt mit Saudi-Arabien die prekäre Rolle eines langjährigen Hauptverbündeten ("key ally") der USA, der in kürzester Zeit zum Schurkenstaat (rogue state) umdefiniert werden könnte, falls er sich nicht absolut gefügig verhält. Zu dritt hütet man vor allem aus der Zeit des antisowjetischen Dschihad in Afghanistan noch etliche Leichen im Keller. Die Regierungen und die Geheimdienste der USA, Saudi-Arabiens und Pakistans haben bei der Formierung des islamistischen Terrorismus engstens zusammengearbeitet.
Business as usual - Drogen-Konferenz in Kabul (10.2.2004)
Anfang der Woche fand in Kabul wieder einmal eine internationale Konferenz zur Drogenpolitik statt. Geredet und diskutiert wurde wie üblich viel, beschlossen und bewegt gar nichts.
Afghanistan ist wieder Nr. 1 in der Drogenproduktion (30.5.2003)
Anfang Oktober 2001, vier Tage vor Beginn der amerikanisch-britischen Bomben- und Raketenangriffe auf Afghanistan, nannte Premierminister Tony Blair mit moralischem Pathos einen zusätzlichen Kriegsgrund: "Afghanistan ist der größte Drogenhort der Welt. Neunzig Prozent des Heroins, das auf britischen Straßen verkauft wird, stammt von dort. Die Waffen, die die Taliban heute kaufen, werden bezahlt mit dem Leben junger Briten, die sich Drogen kaufen. Das ist ein weiterer Teil ihres Regimes, das wir zerstören müssen."
Afghanistan - Drogenweltmacht unter US-Schirmherrschaft (27.5.2003)
In der vergangenen Woche fand in Paris eine Außenministerkonferenz über den Drogen-Export aus Afghanistan statt. Mehr als 50 Staaten waren vertreten. Herausgekommen ist nichts außer der vagen Idee einer "multilateralen operative Strategie", die primär den Drogen-Handel angreifen soll. Das ist zu interpretieren als Ausweichen vor dem mangelnden Willen, direkt im Ursprungsland die Produktion der Drogen-Rohstoffe, aus denen Heroin gewonnen wird, zu verhindern.
Afghanistan: Der Krieg hat gerade erst angefangen (11.4.2002)
Der Bombenanschlag auf den afghanischen Verteidigungsminister Mohammed Fahim in Jalalabad am Montag - fünf Menschen starben, der Minister überlebte unverletzt - hat erneut gezeigt, wie weit das Land von einer Stabilisierung entfernt ist. In den Nächten vor dem Attentat hatten Unbekannte in Jalalabad Plakate geklebt, auf denen die Übergangsregierung in Kabul als Verräterbande im Dienst der USA und Großbritanniens angegriffen wurde. Wer immer diese Regierung unterstütze, riskiere den Tod; "Regierungsbeamte zu töten ist legitim."