KNUT MELLENTHIN

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Finanzskandal im Hamburger Tierschutzverein - Politiker und Behörden sahen jahrelang weg (6.8.2007)
Der Chef des Hamburger Tierschutzvereins wird verdächtigt, den HTV und sein Tierheim um mindestens 500.000 Euro geschädigt zu haben. Politiker, Behörden und Medien haben durch jahrelanges Wegsehen den Skandal möglich gemacht.
Tierquälerei im Tierheim Süderstraße (24.9.2005)
Unter der Überschrift "Hunde mit Lärm aggressiv gemacht?" berichtete Karsten Broockmann am 23. September 2005 im Hamburger Abendblatt: Tierheim Süderstraße, Anfang September 2001: Am Ende der Anlage steht ein Mann und hält einen Stock in der Hand. Zwei Besucher werden aufmerksam, hören Lärm und beobachten den Mann. Immer wieder schlägt der Mann mit der Stange gegen einen Hundekäfig - so lange, bis der eingesperrte Hund fast rasend wird. Die Besucher gehen zu dem Mann und fragen nach dem Grund der Schläge. Er antwortet nicht. Der Mann ist kein Besucher, auch nicht irgendein Tierpfleger. Es ist Wolfgang Poggendorf (68), der Geschäftsführer des Tierschutzvereins Hamburg.
Verbraucherschutz = "Neusprech" für den Massenmord an Tieren (Anfang 2001)
BSE, MKS und Orwells 1984: In George Orwells pessimistischem Zukunftsroman "1984" wird eine Welt der permanenten, systematischen Überwachung und Manipulation beschrieben. Ein zentrales Propagandainstrument des allgegenwärtigen Machtapparats ist das Neusprech: Worte, deren Sinngehalt ins Gegenteil verkehrt wird und die in ihrer verdrehten Umdeutung so lange durch alle zur Verfügung stehenden Medien wiederholt werden, bis sie von der Bevölkerung völlig verinnerlicht werden.
"Es ist der Bevölkerung nicht mehr zuzumuten..." (Anfang 2001)
Völlig abwegige Gedanken zur "Kampfhund"-Hysterie
Legehennen-Quälerei geht trotz Urteil weiter (Anfang 2001)
Das hört sich doch mal ganz gut an: "In Deutschland sollen nach dem Willen von Bundesagrarministerin Renate Künast (Grüne) künftig keine neuen Käfigbatterien für Legehennen genehmigt werden." (WELT, 22.3.2001) - Eleganter kann man wohl kaum die Tatsache verkaufen, dass die extreme Qualhaltung der Legehennen trotz eines eindeutigen Urteils des Bundesverfassungsgerichts noch mehr als zehn Jahre lang unverändert aufrecht erhalten werden soll.
"For he's a jolly good fellow" (2001)
Dass der Vorstand des Hamburger Tierschutzvereins das schöne alte Lied "For he's a jolly good fellow" anstimmte, als er den CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Michael Fuchs mit einer Ehrenurkunde auszeichnete, ist ein völlig unbewiesenes Gerücht. Tatsächlich verbürgt ist aber, dass der als Vorkämpfer der verschärften Hundeverordnung bekannte Spezi von HTV-Geschäftsführer Poggendorf wirklich die Ehrenurkunde "für sein tierfreundliches und tierschützerisches Engagement" erhalten hat.
Hundeverordnung Hamburg (Ende 2000)
Eine Chronologie der Ereignisse
Bitte, denunzieren Sie schnell noch Ihren Hund! (15.11.2000)
Ende November 2000 läuft in Hamburg die Antragsfrist für die Erlaubnis zur Haltung sogenannter "gefährlicher Hunde" im Sinne der Hundeverordnung vom 28. Juni 2000 ab. Das betrifft in erster Linie die Hunde der "Kategorie I" (Pit-Bull, American Staffordshire Terrier und Staffordshire Bullterrier) sowie deren Mischlingsnachkommen. Bei einer vage geschätzten Gesamtzahl dieser Hunde von mindestens 1.000 (frühere amtliche Schätzungen gingen eher von 2.000 Tieren oder sogar mehr aus) sind bisher nach offiziellen Angaben erst 200 Anträge auf Erlaubnis gestellt worden.
Ausschlussantrag gegen Wolfgang Poggendorf aus dem Hamburger Tierschutzverein (9.11.2000)
Antragsteller: Knut Mellenthin, An den Vorstand des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e.V.
Hundetöter Ortwin Runde als Ehrengast im HTV-Tierheim (11.10.2000)
Vor Stolz fast platzend, berauscht von der eigenen staatsmännischen Bedeutung - so sah man "Hamburgs obersten Tierschützer" Wolfgang Poggendorf am Sonntag, 8. Oktober 2000, beim Tag der Offenen Tür im Tierheim Süderstraße. Anlass der Freude: Bürgermeister Ortwin Runde (SPD) war, begleitet von einem stattlichen Polizei-Aufgebot, als Ehrengast erschienen. Das gab es schon seit Jahren nicht mehr. Wie schon sein Vorgänger Henning Voscherau (SPD) hatte auch Runde bisher noch jedes Mal dumme Ausreden vorgeschützt, um Poggendorfs Einladung zum alljährlichen Tag der Offenen Tür nicht nachkommen zu müssen. Dass er nun endlich dem selbsternannten "Anwalt der Tiere" die Ehre gab, hatte einen einfachen politischen Grund: Runde wollte öffentlich und medienwirksam die enge Zusammenarbeit mit Poggendorf bei der "konsequenten Durchsetzung der neuen Hundeverordnung" - sprich: den geplanten Massentötungen von mehreren hundert "Kampfhunden" - demonstrieren.
Augen zu und durch! (25.9.2000)
Hamburgs SPD bekräftigt die Absicht, die Stadt "kampfhundfrei" zu machen: Beim "Tag der Offenen Tür" im Hamburger Rathaus ließ die SPD-Bürgerschaftsfraktion ein Flugblatt unter der irreführenden Überschrift "Argumente für die Kampfhund-Debatte" verteilen. Wer sich die Mühe machte, das recht verworrene und verwirrende Papier durchzulesen, musste feststellen, dass dort gar keine Argumente zu finden waren. Stattdessen bekräftigte die SPD ihre am 28. Juni 2000 von Fraktionschef Holger Christier verkündete Absicht, Hamburg in kürzester Zeit "kampfhundfrei" zu machen.
Wer mit dem Teufel aus einer Schüssel essen will, ... (18.9.2000)
"Was wollen wir wetten, dass die Hundeverordnung ganz nach meinen Vorstellungen ausfällt?" - Gerade hatte mir Wolfgang Poggendorf, Geschäftsführer des Hamburger Tierheims, am Telefon wieder einmal dargelegt, dass sein Wort bei den tierpolitisch maßgeblichen Leuten in den Ämtern und Parteien von allergrößter Bedeutung sei. Und nun bot er mir eine "Wette in vierstelliger Höhe" an, dass er sich auch bei der seit Monaten geführten Diskussion um eine neue Hundeverordnung am Ende voll durchsetzen werde.
Kampfhund-Hysterie - Deutschland spielt verrückt (6.7.2000)
Seit zwei Wochen spielt das öffentliche Deutschland verrückt. Im Eilverfahren verabschieden die Bundesländer Hundeverordnungen und Gesetze, die allen Erkenntnissen und Ratschlägen der Fachleute, Wissenschaftler, Tierärzte und Tierschutzorganisationen, völlig widersprechen. Ein schmutziger Wettkampf wird ausgetragen, welches Bundesland die schärfsten Maßnahmen praktiziert. Das Bundesland Bayern, gerade eben noch der Vorreiter einer restriktiven Gesetzgebung, erscheint heute verglichen mit den rot-grün regierten Bundesländern oder auch mit dem von der CDU beherrschten Hessen geradezu als eine glückliche Insel der Rechtsstaatlichkeit und der Berechenbarkeit.
Süderstraße 007 - Lizenz zum Töten? (Juni 2000)
Der kleine Mann, vermutlich um die Mitte 60, freute sich diebisch und grinste wie ein Lausbub, dem ein besonders guter Streich gelungen war. Die Verkäuferin im Geschäft für Baby- und Kinderausstattung hatte nicht schlecht gestaunt, als er nach einem Kinderwagen fragte und sich verschiedene Modelle zeigen ließ. Als sie sich vorsichtig an die Frage herangetastet hatte, wie alt denn sein Enkelkind sei, hatte der kleine Mann launig geantwortet: "Der ist nicht für mein Enkelkind, den brauche ich selber..." - und nach einer gut ausgespielten Kunstpause hatte er hinzugefügt: "für meine Kampfhunde!" - Da war es der jungen Frau plötzlich wie Schuppen von den Augen gefallen: "Ja, Sie sind doch der Herr Poggendorf vom Tierheim!"
Fakten zum "Kampfhund"-Streit (Anfang 1999)
Die Diskussion um die Gefahr, die vermeintlich von sogenannten "Kampfhunden" ausgeht, hat sich in den letzten Monaten dramatisch zugespitzt. Vorreiter ist dabei der Berliner Senat. Dort fordert Umweltsenator Strieder (SPD) mit Unterstützung seiner Fraktion im Abgeordnetenhaus, nicht nur die Haltung von "Kampfhunden" in Mietshäusern, sondern auch das Ausführen dieser Hunde auf öffentlichen Straßen zu verbieten. Demnach dürften sie künftig nur noch von Haus-und Grundstücksbesitzern gehalten werden, und auch nur auf deren eigenen, gut befestigten Anwesen. Das ist die bisherige Spitze einer Kampagne, die stellenweise ins Absurde, rein Demagogische abzugleiten droht. Nun gut, mag man da sagen, in Berlin herrscht schon Wahlkampfsstimmung, und die Dinge werden sicher nicht so heiß gegessen, wie sie jetzt gekocht werden. Zumal die Berliner SPD, die zur Zeit noch mit der CDU zusammen regiert, für ihre in Deutschland einmalige Idee wahrscheinlich keine parlamentarische Mehrheit finden wird.
Zur Geschichte der Jagd (Herbst 1998)
Die Jagd war, historisch gesehen, die Hauptmethode des Menschen, sich Nahrung und Kleidung zu verschaffen. Ein Wissenschaftler hat dies einmal mit einem verblüffenden Zahlenspiel deutlich gemacht: Würde man die gesamte Menschheitsgeschichte mit den 24 Stunden eines Tages gleichsetzen, so würde auf den Zeitraum, in dem die Jagd nicht die hauptsächliche Wirtschaftsform war, weniger als eine Viertelstunde entfallen.
Tiere, Menschen, Religionen (12/96)
Seit rund 10.000 Jahren leben Haus- und Nutztiere in enger Gemeinschaft mit dem Menschen. Bei der Herausbildung der menschlichen Zivilisation haben sie eine hervorragende Rolle gespielt. Die Zähmung und Ausnutzung von Herdentieren wie Ziegen und Schafen stellt ein wichtiges Zwischenglied und eine entscheidende Voraussetzung der Entwicklung vom steinzeitlichen Jäger zum seßhaften Bauern und zur Stadtkultur dar. In den großen Religionen hat das besondere Verhältnis des Menschen zu seinen Haus- und Nutztieren viele Spuren hinterlassen. Damit beschäftigt sich das in diesem Jahr erschienene, von Wolf-Rüdiger Schmidt herausgegebene Buch "Geliebte und andere Tiere im Judentum, Christentum und Islam". Der Untertitel "Vom Elend der Kreatur in unserer Zivilisation" sagt bereits aus, worum es geht.
Naturschutz gegen Tierschutz? (10/96)
Ein gutes hat die Sache jedenfalls: Viele Menschen wissen jetzt zum ersten Mal, was ein Wachtelkönig ist. Der knapp 30 cm große Vogel liebt Moorgebiete. Weil er Kälte nicht mag, zieht er sich im Herbst ins sonnige Afrika zurück. Der Bestand dieser äußerst scheuen Tierart gilt weltweit als gefährdet. In ganz Deutschland kommt er nur noch an zwanzig Plätzen vor. Darunter befindet sich ein 150 Hektar großes Sumpfwiesen-Gebiet in Harburg-Neugraben. Ausgerechnet hier soll eine Neubausiedlung für rund 10.000 Menschen entstehen. Naturschützer lehnen das Projekt entschieden ab, weil es ein weiteres Naturgebiet im Nahbereich Hamburgs unwiderbringlich zerstören würde.
Ein modernes Kriminalitätsphänomen? (Herbst 1996)
Perverse Tierquäler: Schon seit mehreren Jahren häufen sich rätselhafte Angriffe auf Pferde. Oft werden den Tieren dabei schwere Verletzungen mit Messern oder lanzenähnlichen Gegenständen zugefügt, in einem Fall wurde einer Stute die Bauchdecke aufgeschlitzt, in einem anderen Fall einem Hengst das Geschlechtsteil abgeschnitten.
BSE - ein menschlicher Wahnsinn (05/96)
Drei Worte, die sich kaum jemand merken kann: Bovine Spongiforme Enzephalopathie. Die Abkürzung kennt aber inzwischen jeder: BSE. Wörtlich: Schwammartige Gehirnerkrankung, Hirnschwamm. Im Deutschen meistens mit "Rinderwahnsinn" übersetzt.
Ein Leben lang in der vollbesetzten U-Bahn? (12/95)
Schweine-Massenhaltung:54 Kilo Schweinefleisch verspeist durchschnittlich jeder Deutsche im Lauf eines Jahres. Damit das Fleisch schön billig bleibt und wir davon viel mehr essen können, als für unsere Gesundheit gut ist, werden Tiere auf engstem Raum in einer Weise gehalten, die den Tierschutz verhöhnt. Aber die Verbraucher hätten es in der Hand, Fleisch aus quälerischer Massenhaltung zu meiden und damit für eine Umorientierung der Schweinezüchter zu sorgen.

Hier finden Sie Artikel von Eileen Heerdegen zum Thema Tierschutz im Allgemeinen und zur "Kampfhund"-Hysterie im Besonderen.