KNUT MELLENTHIN

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Rechts vom Präsidenten

Kleines Who is Who der Kriegstreiberei in USA

Am 20. September 2001, wenige Tage nach den Angriffen auf das World Trade Center und das Pentagon, erschien ein Offener Brief an den Ehrenwerten George W. Bush, in dem 41 wohlbekannte Unterzeichner dem Präsidenten die von ihm erwarteten nächsten Schritte erklärten. Nicht um den Präsidenten zu unterstützen, sondern um ihn, ebenso wie den als "Taube" verschrienen Außenminister Powell, zur Einhaltung ihrer eigenen scharfen Ankündigungen zu nötigen.

Die Namen unter dem Offenen Brief, die im Folgenden vorgestellt werden sollen, sind ein kleines "Who is Who" der organisierten Kriegstreiberei in den Vereinigten Staaten. Mindestens 19 der 41 Unterzeichner sind Mitglieder des Project for a New American Century, das sich auf seiner Homepage zu dem Glauben bekennt, "amerikanische Führung" sei "gut für Amerika und die Welt" und dass diese Führung militärische Stärke verlange. Vorsitzender des PNAC ist William "Bill" Kristol, der Initiator des Offenen Briefes.

Der Brief vom 20. September 2001 knüpft unmittelbar an einen ähnlichen Appell an Präsident Clinton vom 26. Januar 1998 an, der sich allerdings darauf beschränkte, "die Umsetzung einer Strategie zur Entfernung des Saddam-Regimes von der Macht" zu fordern. Zusätzlich zu vielen Unterzeichnern des jetzigen Briefes standen unter dem damaligen Dokument auch die Namen Richard L. Armitage (jetzt Stellvertretender Außenminister und angeblich kein "Falke" mehr), Zalmay Khalilzad (jetzt Afghanistan-Beauftragter der US-Regierung, genauer politischer Standort unbekannt), Donald Rumsfeld (jetzt Verteidigungsminister), Paul Wolfowitz (jetzt Stellvertretender Verteidigungsminister) und R. James Woolsey (unter Clinton in den Jahren 1993-94 CIA-Chef). Die letzten drei Namen sind dem Reigen der notorischen Hauptkriegstreiber hinzuzufügen.

Es mag in diesem Zusammenhang interessant sein, dass die bei der Gründung des PNAC veröffentlichte "Grundsatzerklärung" (3. Juni 1997) neben den schon Genannten auch die Namen des Präsidentenbruders Jeb Bush (Gouverneur von Florida), des jetzigen Vizepräsidenten Dick Cheney (ein notorischer "Falke") und Dan Quayle (Vizepräsident unter George Bush sen.) trug.

Ein im September 2000 vom PNAC veröffentlichtes 80-Seiten-Papier "Rebuilding America's Defenses - Strategies, Forces and Resources for a New Century", kann als aktuelle Grundlage der amerikanischen Militär- und Außenpolitik gelten.

Die 41 Unterzeichner des Briefs vom 20. September 2001

Richard V. Allen

Mitglied des Defense Policy Board, eines hochkarätigen Beratergremiums, dessen Mitglieder vom Verteidigungsministerium einberufen werden. Mitglied des Beraterstabs des Center for Strategic & International Studies, eines rechten Think Tanks für militärpolitische Fragen, das sich zur Zeit besonders der Vorbereitung des Krieges gegen den Irak widmet. - Allen war Reagans Sicherheitsberater in dessen ersten Regierungsjahren.

Gary Bauer

Einflussreicher Führer eines Netzwerks militant konservativer Kirchenkreise. Präsident seines Privatvereins American Values, dessen Verlautbarungen sich zu 85 Prozent mit der Unterstützung Israels und zu 15 Prozent mit scharfer Anti-Abtreibungs-Polemik befassen. Bauer ist einer der beiden Vorsitzenden der im Juli dieses Jahres gegründeten American Alliance of Jews and Christians, eines Bündnisses konservativer christlicher und jüdischer Kreise zur Unterstützung Israels. Bauer appellierte im April 2002 gemeinsam mit anderen konservativen Geistlichen mit einem Offenen Brief an Bush, Sharons Vorgehen gegen die Palästinenser nicht zu kritisieren, da sonst der "Krieg gegen den Terrorismus" in großer Gefahr wäre.
Innenpolitischer Berater unter Reagan, Schwerpunkt Familie und Erziehung. Er war Präsident (und Gründer) des zweitgrößten Aktionsbündnisses der USA, der Campaign for Working Families, die für die "traditionellen Werte" in Familie und Erziehung sowie den "Schutz des ungeborenen Lebens" eintritt.

Jeffrey Bell

Publizist und republikanischer Parteipolitiker. Vorstandsmitglied der American Conservative Union, die sich selbst als "the nation's oldest conservative lobbying organization" bezeichnet und sich neben der Propaganda für den Irak-Krieg u.a. der Abwehr von Umweltschutz-Maßnahmen widmet. Bell ist Stellvertretender Vorsitzender von Citizens for America, einer 1983 zur Unterstützung Reagans gegründeten Organisation, die u.a. die Contras in Nikaragua und die UNITA in Angola materiell unterstützte. Mitbegründer von Empower America, einem rechten Propagandazentrum, in dessen Direktorium sich auch Clintons Verteidigungsminister Bill Cohen findet.

William J. Bennet

Führendes Mitglied der Heritage Foundation, eines der wichtigsten rechten Think Tanks zur Außenpolitik. Bennet war einer der Gründer von Empower America. Erziehungsminister unter Reagan, Verfasser zahlreicher "kulturpessimistischer" Bücher.

Jeffrey Bergner

Vorstandsmitglied des Hudson Institute, eines weiteren wichtigen rechten Think Tanks. Bergner ist seit 1986 Inhaber einer Beraterfirma, war vorher Leitender Mitarbeiter im Senat.

Rudy Boshwitz 

Vorsitzender des Committee for a Secure Peace, das sich dafür einsetzt, keinen politischen Druck auf die israelische Regierung auszuüben, und das einen "Frieden" nach den Vorstellungen des rechten Likud-Flügels um Netanjahu unterstützt. Vorstandsmitglied des Hudson Institute und des Jewish Institute for National Security Affairs. Neben PR für Israel vermittelt das JINSA laut seiner Internet-Homepage Begegnungen zwischen Militärs und Politikern Israels und der USA, sowie Kontakte zwischen Vertretern der jüdischen Organisationen der USA und dem Pentagon.
Boshwitz war Senator von 1978 bis 1991. Zeichnete sich aus durch seinen harten Widerstand gegen Anhebung der Mindestlöhne, Abtreibung und strengere Umweltschutz-Bestimmungen.

Eliot Cohen

Militärexperte. Er benutzte als erster den Begriff "World War IV" für den nach dem 11. September ausgerufenen "Krieg gegen den Terrorismus", im Sinne der Ausweitung zu einem allgemeinen Krieg gegen den "militanten Islam". (Wall Street Journal, 20.11.2001). Mitglied des Defense Policy Board. Mitbegründer des Project for a New American Century. - Unter Bush sen. arbeitete Eliot Cohen im politischen Planungsstab des Verteidigungsministeriums. 1991-93 leitete er die Arbeit am U.S. Air Force's Gulf War Air Power Survey, der offiziellen Studie über den Luftkrieg gegen den Irak 1991.

Seth Cropsey

Director des Asia Studies Center der Heritage Foundation. Abteilungsleiter am George C. Marshall Center for Security Studies in Garmisch-Partenkirchen, einer NATO-Einrichtung. Mitglied der Chefredaktion des vom Begründer des "Neokonservativismus", Irving Kristol, herausgegebenen Magazins "Public Interest".
1981 unter Reagan leitender Mitarbeiter im Verteidigungsministerium. 1882-84 Politischer Direktor des antikommunistischen Propagandasenders Voice of America. Unterstaatssekretär im Verteidigungsministerium während der Regierung von Bush sen.

Midge Decter

Vorstandsmitglied der Heritage Foundation. Ehefrau von Norman Podhoretz. Früher Chefin des antikommunistischen Committee for a Free World, das nach dem Umsturz in Osteuropa aufgelöst wurde.

Thomas Donnelly

Journalist und politischer Mitarbeiter des Abgeordnetenhauses. Führendes Mitglied des Project for the New American Century und Hauptautor der von dieser Organisation im September 2000 veröffentlichten militärpolitischen Studie "Rebuilding America's Defenses".

Nicholas Eberstadt

Wissenschaftler am American Enterprise Institute, einem der ältesten Think Tanks im Umfeld der Republikaner, gegründet 1943. War u.a. Berater des Außenministeriums, des Verteidigungsministeriums und der Weltbank.

Hillel Fradkin

Präsident des Ethics and Public Policy Centers, einer 1976 gegründeten jüdisch-christlichen Organisation stramm konservativer Richtung. Ehem. Vizepräsident der Bradley Foundation, einer einflussreichen Hauptgeldquelle zahlreicher konservativer Unternehmungen. Die in Milwaukee ansässige Stiftung tritt u.a. für die Abschaffung der letzten Reste staatlicher Sozialpolitik ein. Das auch in Deutschland "berühmt" gewordene sogenannte Milwaukee-Modell (Arbeitszwang statt Sozialhilfe) geht wesentlich auf die Bradley Foundation zurück.
Fradkin ist außerdem leitender Mitarbeiter der ebenfalls konservativen Olin Foundation und Mitarbeiter des American Enterprise Institute.

Aaron L. Friedberg

Professor für Politik und internationale Angelegenheiten. Ehem. Berater des Nationalen Sicherheitsrats, des Verteidigungs- und des Energieministeriums. Vorstandsmitglied des rechten Center for Strategic Education in Washington D.C., das von Eliot Cohen geleitet wird. Das CSE soll Lehrer und Dozenten betreuen und weiterbilden, die Militärstrategie unterrichten.

Francis Fukuyama

Bekannt geworden durch sein Buch "Das Ende der Geschichte" (1992). 1981-82 und 1989 Mitglied des Politischen Planungsstabs des Verteidigungsministeriums.

Frank Gaffney

Gründer und Präsident des Center for Security Policy, eines rechten Think Tanks, dessen Motto lautet: "Promote Peace through Strength". Co-Chairman von Americans for a Missile Defense, einer PR-Organisation für die seit langem diskutierte Raketenabwehr.
Unter Reagan Leitender Mitarbeiter im Verteidigungsministerium.

Jeffrey Gedmin

Wissenschaftler am American Enterprise Institute. Ehem. Chef der vom AEI betriebenen New Atlantic Initiative, die der "Revitalisierung" und Ausdehnung der NATO dienen soll. (Vorsitzender des Internationalen Beratergremiums der NAI ist der frühere Außenminister Henry Kissinger) Mitglied des Direktoriums des U.S. Committee on NATO, das, gesponsert u.a. von osteuropäischen Exilorganisationen und Interessenverbänden, für die Ost-Erweiterung der NATO wirbt. Seit Dezember 2001 ist Gedmin Direktor des Büros des Aspen-Instituts in Berlin.

Reul Marc Gerecht

Leitender Mitarbeiter des Project for the New American Century. Direktor der Middle East Initiative, einer Untergruppe des PNAC, die sich für bedingungslose Unterstützung der Politik Sharons einsetzt und unter diesem Aspekt gelegentlich auch Präsident Bush kritisiert . - Gerecht war Mitarbeiter des Außenministeriums unter Reagan und Bush sen. 1985-1994. Ehem. Nahost-Spezialist der CIA. Afghanistan-Berater bei CBS News, 1999-2000.

Charles Hill

Ehem. Redenschreiber von Henry Kissinger. 1978 Stellvertretender Leiter der Israel-Abteilung im Außenministerium. 1979 politischer Berater an der US-Botschaft in Tel Aviv. 1981 Direktor für israelische und arabisch-israelische Angelegenheiten im Außenministerium. 1985-89 Mitarbeiter von Außenminister Schulz für den Nahen Osten. Politischer Sonderberater des UNO-Generalsekretärs 1992-96.

Bruce P. Jackson

Einer der drei Direktoren des Project for the New American Century. Präsident des in diesem Sommer gegründeten Project on Transitional Democracies, das die "westlichen Werte" in den ehemals sozialistischen Ländern fördern soll. Mitglied des Beratergremiums des Center for Security Policy. Präsident des U.S. Committee on NATO.
1979 bis 1990 Mitarbeiter des militärischen Geheimdienstes der USA; 1986-90 Funktionen im Verteidigungsministerium. Seit 1993 Vizepräsident für Strategie und Planung beim Rüstungskonzern Lockheed Martin Corporation; seit August dieses Jahres im Ruhestand.

Eli S. Jacobs

Unternehmer. Ehem. Mitglied des Defense Policy Board. Verschiedene Berater- und Kontrollfunktionen im Verteidigungsministerium und im Bereich Geheimdienste. Die "New York Times" sagt ihm enge Kontakte zu zahlreichen CIA-Funktionären nach.

Michael Joyce

Gründer und Chef von Americans for Community and Faith-Centered Enterprise, einer konservativen Stiftung. Präsident der Bradley-Stiftung.

Donald Kagan

Professor für Geschichte. Einer der beiden Co-Chairmen für die Arbeit am Strategie-Papier "Rebuilding America's Defenses" (Sept. 2000). Autor des Buches "While America sleeps", in dem die These vertreten wird, die USA seien dabei, nach dem Ende des Kalten Krieges die Übernahme der Führungsrolle in der Welt zu verschlafen, wenn sie ihre Rüstungsausgaben nicht massiv steigern.

Robert Kagan

Einer der drei Direktoren des Project for the New American Century. Mitglied des Direktoriums des U.S. Committee on NATO. Redakteur der Zeitschrift "New Republic", einem Hauptorgan der Kriegstreiber. Mitarbeit an der Studie "Rebuilding America's Defenses".

Jeane J. Kirkpatrick

Mitglied im Beratergremium des Jewish Institute for National Security Affairs, des Washington Institute for Near East Policy (WINEP), des Center for Security Policy und des Ethics and Public Policy Centers. Das WINEP dient hauptsächlich dazu, die israelische Sicht des Nahost-Konflikts durch Publikationen, Vorträge, Seminare, Zeitungsartikel usw. zu verbreiten.
Kirkpatrick war 1981-85 Vertreterin der USA bei der UNO, außerdem Mitglied von Reagans Kabinett.

Charles Krauthammer 

Arbeitete bis 1978 als Psychiater, wurde dann wissenschaftlicher Berater in der Carter-Regierung. 1981-88 Redaktionsmitglied der "New Republic". Seit Mitte der 80er Jahre regelmäßiger Kolumnist der "Washington Post". Seine Kommentare zeichnen sich - im Gegensatz zur sonstigen politischen Linie des Blattes - durch besonders scharfe Kriegstreiberei aus.

William Kristol

Initiator des Offenen Briefs vom 20. September 2001 an Bush. Chefredakteur des "Weekly Standard", der zum Murdoch-Konzern gehört. Vorsitzender des New Citizenship Projects und dessen Unterorganisation Project for the New American Century. Seit vielen Jahren mit Gary Bauer befreundet. Sohn von Irving Kristol, der als Begründer des "Neokonservativismus" gilt.

John Lehman

Mitglied des Beratergremiums des Centers for Security Policy. 1969-1974 Sonderberater und leitender Mitarbeiter von Henry Kissinger im Nationalen Sicherheitsrat. 1974-75 Delegierter bei den Abrüstungsverhandlungen in Wien, anschließend stellvertretender Direktor der US-Abrüstungsbehörde.

Clifford May

Vizevorsitzender der Republican Jewish Coalition, eines Zusammenschlusses jüdischer Mitglieder in der Republikanischen Partei. Präsident der Foundation for the Defense of Democracies (FDD), die sich besonders mit "Forschung und Aufklärung" über den internationalen Terrorismus befasst. Der FDD eng angeschlossen ist das Saudi Institute, das Propaganda gegen das saudiarabische Regime betreibt. FDD selbst rief mit einer Anzeigenkampagne "It's not just Al-Qaeda" zum Krieg gegen die "Jihadisten" und deren Unterstützer auf, die in Saudi-Arabien, Ägypten, Pakistan, Iran und Irak lokalisiert wurden.

Martin Peretz

Chefredakteur der "New Republic" seit 1974. Seinen Leitartikel nach dem 11. September beendete er mit dem Satz "We are all Israelis now". Mitglied des Beratergremiums des Washington Institute for Near East Policy. Ehem. Vorstandsmitglied verschiedener israelischer Unternehmen. Langjähriger Freund von Clintons Vize und unterlegenem Konkurrenten von George W. Bush, Al Gore.

Richard Perle

Vorsitzender des Defense Policy Board. Mitglied des Beratergremiums des Jewish Institute for National Security Affairs und des Washington Institute for Near East Policy. Mitarbeiter des American Enterprise Institute. Vorstandsmitglied des U.S. Committee on NATO. Chef der Internet-Abteilung der Hollinger Corporation, des von Conrad Black geführten rechtsgerichteten Medienkonzerns - nach eigenen Angaben 379 Zeitungen weltweit - , dem außer der britischen "Telegraph"-Gruppe u.a. auch die "Jerusalem Post" gehört.- Von 1981 bis 1987 war Perle Staatssekretär im Verteidigungsministerium.

Norman Podhoretz

Von 1960 bis 1995 Chefredakteur des "Commentary", in dem er auch heute noch publiziert und maßgeblichen Einfluss ausübt. Herausgeber des "Commentary", einer qualifizierten Theorie-Zeitschrift,  ist das American Jewish Committee, das sich selbst als älteste jüdische Organisation der USA bezeichnet. Das AJC hat nach eigenen Angaben rund 100.000 Mitglieder und Unterstützer; es unterhält 33 Regionalbüros in den USA sowie mehrere Auslandsbüros.
Podhoretz begann als Linksintellektueller und landete schließlich, zumindest außenpolitisch, am rechten Rand des Spektrums. Er ist der Chefideologe des "Vierten Weltkriegs" gegen die arabisch-islamischen Staaten und Bewegungen. Seiner Ansicht nach müssen heute die arabischen Staaten ebenso militärisch unterworfen und besetzt werden wie Deutschland und Japan im zweiten Weltkrieg, um diese Länder dann unter amerikanischer Führung zu demokratisieren. ("How to Win World War IV" in der Februar-Ausgabe des "Commentary"; "In Praise of the Bush Doctrine" in der September-Ausgabe)

Stephen Peter Rosen

Direktor des John M. Olin Institute for Strategic Studies an der Harvard Universität, das 1989 von Samuel P. Huntington, dem Autor von "Clash of Civilizations" (1996) gegründet und bis 2000 geleitet wurde. Rosen ist Berater des Verteidigungsministeriums und der CIA, Mitarbeiter an der Strategie-Studie "Rebuilding America's Defenses" (Sept. 2000) und Autor des Buches "Winning the Next War: Innovation and the Modern Military".

Randy Scheunemann

Präsident von Orion Strategies LLC, einer registrierten Lobby des Staates Lettland, und Direktoriumsmitglied des US Committee on NATO. Unterhält seit Jahren enge Kontakte zur irakischen "Opposition". Der Iraq Liberation Act von 1998, mit dem sich die US-Regierung zur Unterstützung der irakischen Opposition bekannte und dieser 98 Millionen Dollar Unterstützung zusagte - wovon bisher aber nur ein kleiner Teil ausgezahlt wurde - gilt wesentlich als Werk Scheunemanns.

Gary Schmitt

Präsident des New Citizenship Project. Chef des Project for the New American Century. Einer der beiden Co-Chairmen für die Arbeit am Strategie-Papier "Rebuilding America's Defenses" (Sept. 2000).

William Schneider, Jr.

Berater des Verteidigungsministeriums, des Außenministeriums und des Energieministeriums. 1982-1986 Staatssekretär im Außenministerium. 1987-1993 Vorsitzender des Beratergremiums des Präsidenten für Waffenkontrolle und Abrüstung.

Richard H. Shultz

Professor für Internationale Politik, Militärwissenschafter. 1985-1988 Mitglied der Beratergruppe für "Spezialoperationen" im Verteidigungsministerium.

Henry Sokolski

Chef des Nonproliferation Policy Education Center, das sich in erster Linie mit alarmistischen Mutmaßungen und Warnungen über die Rüstung Iraks, Irans, Libyens und Nordkoreas beschäftigt. - 1989-1993 unter Bush sen. Abteilungsleiter für Nonproliferations-Politik im Verteidigungsministerium, kurzzeitig auch Berater der CIA zu diesem Thema.

Stephen Joshua Solarz

Mitglied des Beratergremiums des Jewish Institute for National Security Affairs. Er gehört außerdem der Führung des Nonproliferation Policy Education Center an. Von 1974 bis 1992 vertrat er die Demokratische Partei im Abgeordnetenhaus. Clinton ernannte ihn 1994 zum Vorsitzenden des Central Asian-American Enterprise Fund. Dessen Aufgabe bestand darin, 150 Millionen Dollar Subventionen, mit denen angeblich Investitionen in der ehem. Sowjetunion gefördert werden sollten, zu verteilen.

Vin Weber

Vizevorsitzender von Empower America. 1981 - 1993 republikanischer Kongressabgeordneter. Hat enge Verbindungen zum Center of the American Experiment, einem republikanischen Think Tank.

Leon Wieseltier

Romanautor. Literaturredakteur der "New Republic" seit 1983.

Marshall Wittmann

Mitarbeiter des Hudson Institute. Ehem. Leitender Mitarbeiter der Heritage Foundation. Führungsmitglied der Christian Coalition, die sich neben dem Thema Abtreibung vor allem mit der Unterstützung Israels befasst und dabei soweit geht, explizit einen palästinensischen Staat abzulehnen.

(Informationen auf Grundlage der offiziellen Lebensläufe im Internet)

Knut Mellenthin
analyse & kritik, Dezember 2002



Übersetzung des Briefs vom 20. September 2001

20. September 2001

Dear Mr. President,

Wir begrüßen Ihr großartiges Vorhaben, im Kampf gegen den Terrorismus "die Welt zum Sieg zu führen". Wir unterstützen aus ganzem Herzen ihren Aufruf zu einer "groß angelegten, dauerhaften Kampagne" gegen die "Terrororganisationen und diejenigen, die ihnen Unterschlupf gewähren und ihnen helfen". Wir stimmen überein mit Außenminister Powell, dass die USA die Urheber des grauenvollen Angriffs vom 11. September finden und bestrafen müssen. Wir müssen, wie er gesagt hat, "den Terrorismus überall in der Welt verfolgen" und "ihn bei seinen Zweigen und bei seinen Wurzeln packen". Wir stimmen dem Außenminister zu, dass die Politik der USA darauf gerichtet sein muss, nicht nur die für diesen Vorgang verantwortlichen Leute aufzuspüren, sondern auch zielen muss "auf andere Gruppen da draußen, die uns übel gesonnen sind" und die "schon früher Anschläge gegen US-Personal, US-Interessen und gegen unsere Verbündeten verübt haben".

Um diesen "ersten Krieg des 21. Jahrhunderts" erfolgreich zu führen und um, wie Sie gesagt haben, "künftigen Generationen einen Dienst zu erweisen, indem wir zusammenstehen und den Terrorismus schlagen", sind unserer Ansicht nach folgende Schritte notwendige Teile einer umfassenden Strategie.

Osama bin Laden

Wir stimmen zu, dass ein zentrales Ziel, aber keineswegs das einzige Ziel, des gegenwärtigen Krieges gegen den Terrorismus darin bestehen muss, Osama bin Laden zu fangen oder zu töten und dass Netzwerk seiner Bundesgenossen zu zerstören. Zu diesem Zweck unterstützen wir die notwendige Militäraktion in Afghanistan und die Gewährung einer gewichtigen finanziellen und militärischen Hilfe für die Anti-Taliban-Kräfte in jenem Land.

Irak

Wir stimmen überein mit Außenminister Powells jüngster Erklärung, dass Saddam Hussein "einer der führenden Terroristen der ganzen Welt" ist. Vielleicht hat die irakische Regierung in irgendeiner Form den Angriff auf die Vereinigten Staaten unterstützt. Aber selbst wenn es keine Beweise gibt, die Irak direkt mit dem Angriff verbinden, muss jede Strategie, die den Terrorismus und seine Unterstützer ausrotten soll, eine entschiedene Anstrengung zur Entfernung Saddam Husseins von der Macht einschließen. Ein Verzicht auf dieses Ziel würde eine frühzeitige und vielleicht entscheidende Kapitulation im Krieg gegen den internationalen Terrorismus darstellen. Deshalb müssen die USA der irakischen Opposition volle militärische und finanzielle Unterstützung zukommen lassen. Amerikanische Militärmacht muss eingesetzt werden, um eine "sichere Zone" im Irak zu gewährleisten, von der aus die Opposition operieren kann. Und die amerikanischen Streitkräfte müssen darauf vorbereitet sein, unsere Verpflichtung gegenüber der irakischen Opposition mit allen erforderlichen Mitteln zu unterstützen.

Hisbollah

Die Hisbollah ist eine der führenden terroristischen Organisationen der Welt. Es besteht der Verdacht, dass sie 1998 in die Bombenanschläge auf amerikanische Botschaften verwickelt war und dass sie an dem Bombenanschlag auf die Kaserne der US-Marines in Beirut 1983 beteiligt war. Die Hisbollah fällt eindeutig in die von Außenminister Powell angesprochene Kategorie von Gruppen, "die uns übel gesonnen sind" und "die schon früher Anschläge gegen US-Personal, US-Interessen und gegen unsere Verbündeten verübt haben". Deshalb muss jeder Krieg gegen den Terrorismus sich auch gegen die Hisbollah richten. Wir meinen, dass die Regierung von Iran und Syrien verlangen sollte, sofort jede militärische, finanzielle und politische Unterstützung der Hisbollah und ihrer Operationen einzustellen. Falls Iran und Syrien sich weigern, dieser Aufforderung zu folgen, sollte die Regierung angemessene Vergeltungsmaßnahmen gegen diese notorischen Unterstützerstaaten des Terrorismus in Erwägung ziehen.

Israel und die Palästinensische Autorität

Israel war und bleibt Amerikas zuverlässigster Verbündeter gegen den internationalen Terrorismus, vor allem im Nahen Osten. Die Vereinigten Staaten sollten unserer Schwesterdemokratie in ihrem Kampf gegen den Terrorismus volle Unterstützung geben. Wir sollten darauf bestehen, dass die Palästinensische Autorität den Terrorismus stoppt, der aus den von ihr kontrollierten Gebieten kommt, und dass sie diejenigen einsperrt, die terroristische Angriffe gegen Israel planen. Bis die Palästinensische Autorität gegen den Terror vorgeht, sollten die Vereinigten Staaten ihr keine weitere Hilfe gewähren.

Der Verteidigungshaushalt der USA

Ein ernsthafter, siegreicher Krieg gegen den Terrorismus erfordert eine beträchtliche Steigerung der Verteidigungsausgaben. Diesen Krieg zu führen könnte von den USA durchaus erfordern, sich mit einem gut bewaffneten Feind auseinander zu setzen. Außerdem müssen wir fähig  bleiben, unsere Interessen anderswo in der Welt zu verteidigen. Wir halten es für dringend notwendig, dass nicht gezögert wird, alle Mittel für die Verteidigung zu verlangen, die benötigt werden, damit wir diesen Krieg gewinnen.

Selbstverständlich gibt es noch vieles mehr, was getan werden muss. Diplomatische Bemühungen werden notwendig sein, um die Hilfe anderer Nationen in diesem Krieg gegen den Terrorismus zu gewinnen. Wirtschaftliche und finanzielle Mittel, über die wir verfügen, müssen angewendet werden. Weitere Aktivitäten militärischer Natur könnten vielleicht erforderlich sein. Doch stellen unserer Ansicht nach die hier ausgeführten Schritte das Minimum des Notwendigen dar, wenn diese Krieg wirkungsvoll geführt und zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden soll. Mit unserem Brief wollen wir Sie unserer Unterstützung versichern, das zu tun, was getan werden muss, um die Nation zum Sieg in diesem Kampf zu führen.

Herzliche Grüße...